RE: 11. Dezember 2012

#1 von Marina , 11.12.2012 21:27

[mittig]11. Dezember[/size]

[/mittig]

[mittig]- "Knecht Ruprecht" -
Theodor Storm (1817-1888)

Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?[/mittig]

[mittig]

Knecht Ruprecht mit der Rute
Rupprecht

Von fast allen Namen gibt es heute unterschiedliche Schreibweisen. Dies ist auch darauf zurückzuführen, daß früher die meisten Menschen nur schlecht oder gar nicht schreiben konnten und daher die Namen zunächst oft nur mündlich weitergegeben wurden. Einige Formen wären z.B. Rupp, Ruppel (oberdeutsch-rheinisch), Ruppertz (ndrhein.), Ruppert oder Robbert (ndd.), Ruprecht, Rupricht und Rubrecht.
Vorherrschend ist die Schreibweise mit zwei "p". Aber die Schreibweise wechselte mit einem "p", so daß in einer Familientradition beide möglich sind. Zudem wurde in alten Kirchenbüchern geschrieben, wie mal wollte... Im 18. und 19. Jahrhundert findet eine deutlichere Trennung statt. Die "Rupprechts" (mit zwei «p») überwiegen zahlenmäßig stark.
Die germanische Reinform des Namens lautete Hrod-behrt, was soviel wie "der Ruhmglänzende, der Ruhmprächtige" bedeutete. Die althochdeutsche Fassung des Namen dagegen lautet Hruodberacht [Grimms Wörterbuch der deutschen Sprache]. Aus dem 'ruhmprächtigen' Gottvater Odin oder Wotan wurde der Knecht Ruprecht. Der Knecht als Synonym für die in Knechtschaft genommene germanische Mythologie... Die Entwicklung der Schreibweise über das mittelhochdeutsche bis zum neuhochdeutschen «Rupprecht», etwa ab dem 16.Jahrhundert, wird bei Grimm nicht dokumentiert.

Erstes bekanntes Vorkommen:
Hrodbert(us) (um 800), Ruopreht (um 1282), Rupert (um 1302), Ruprecht (um 1384), Ruppericht (um 1516/1517), Rubert (um 1689), Rupert (um 1697), dictus Rober (um 1249), Rober (um 1478)

Im Neuhochdeutschen bedeutet :

rupp und strupp
ruppig und struppig (Gegend, Person)
ruppen
raufen, Federn rupfen
rupperig
ist der Pöpel, einfaches Volk
Ruppigel, Ruppsack, Ruppranzel
scherzhafte Schimpf- und Spottwörter
Rupelz
stößt grausige Laute aus, er trägt eine schwarze Maske aus Stoff und ein Pelzgewand (in Süddeutschland)
Ruprecht, Ruhklas (Mecklenburg)
ist im Norddeutschen eine Schreckfigur im Schimmelreiterzug (Äquivalent zum Knecht Rupprecht)
Knecht Ruprecht
mit der Rute, ist überall Helfer des Christkindes (in der Weihnachtszeit)
Der Nikolaus blieb vor allem als der Gütige in Erinnerung. Im Gegensatz dazu steht der Knecht Ruprecht, der straft und auch mal ein Kind in den mitgeführten Sack steckt. Er entstammt ursprünglich der germanischen Sagenwelt - ein Verwandter von Kobolden.
Rupprechtskraut
auch Ruprechtstorchschnabel, auch Schöllwurzel ( Geranium Robertianum ) ist ein Mittel gegen die "Rupprechtsplage" (Rotlauf, Schweinekrankheit")[/mittig]

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[mittig]Fortsetzung unserer Weihnachtsgeschichte ....

Diese Freude war jedoch nicht die einzige, welche mich in jener Nacht erwartete; es gab noch eine andere im dunkeln Hintergrunde, auf welche ich jedes Mal harrte und die vielleicht manchem meiner Leser unerklärlich sein mag.
Es war herkömmlich, dass in aller Frühe nach jenem Abende Vroni mit ihrem Öllämpchen vor mein Bett trat und mich weckte. Rasch schlüpfte ich in mein Röcklein, stand auf und folgte ihr. Am untern Ende des Zimmers stand der Ofen und davor ein großer Backtrog. Darin lag das Mehl, und in der Mitte war mit der Hand eine Grube gemacht für den Sauerteig. Dahin geleitete ich nun meine Vroni; ich durfte Wasser zuschütten und dann gegenwärtig sein, wenn nun der Teig geknetet und endlich das Hutzelbrot bereitet wurde. Auch in der eben besagten Nacht, ehe ich nach dem Hutzelschneiden zu Bette ging, bat ich Vroni, mich gewiss zum Wasserzuschütten und Brotkneten zu wecken, und ich schlief mit fester und ruhiger Zuversicht ein, obgleich ich keine Antwort erhalten hatte. Aber was geschah? Als mich Vroni weckte, schien mir nicht das Öllämpchen in die Augen, sondern der hellste Tag herrschte in der Stube und - vom Ofen war der Backtrog verschwunden. Zuerst sah ich wie vom Traum verwirrt umher, und als mir alles klar und ich überzeugt war, Vroni habe mich um dieser Freude, welche in 365 Tagen nur ein einziges Mal kam, betrogen, weinte ich heftig, stieß Vroni, welche mich beschwichtigen wollte, zurück, nannte sie eine Betrügerin und war selbst durch die herbeieilende Mutter nicht zu beruhigen, ich war nun einmal tatsächlich betrogen und zwar von Vroni, an die ich so fest geglaubt hatte. Sie tat alles, was mich zu jeder andern Zeit entzückt hätte, aber ich wollte keine Freundlichkeit von ihr. Auch meine Geschwister konnten mich nicht beruhigen. Anton sagte in seiner ehrlich - derben Weise: "Dummes Ding, sei froh, dass man dich hat ausschlafen lassen! Da möchte ich auch so einen Lärm machen um nichts! Was hast du denn vom Schütten, Kneten und Backen? Mir ist's nur um das Essen zu tun, und das Hutzelbrot wird ohne dich auch gut geworden sein." - Aber ich entgegnete noch mehr entrüstet: "Schweig, das verstehst du nicht, weil du ein Bub und kein Mädchen bist!" und es ist nun einmal wahr, Vroni hat mich betrogen! ich mag sie nicht mehr, mein ganze Leben lang nicht mehr!" -
Als an jenem Abend Xaver mir ein Stücklein auf der Flöte blies und dann wieder die alte Frage stellte, lag es mir schon auf der Zunge: "Ja!" - aber ich schwieg doch. Am Abende saß Vroni betrübt und schweigsam am Tisch, denn ich hatte sie noch nicht ein einziges Mal angeschaut. Ich schrieb wie gewöhnlich meinen Wunsch dem Christkindlein; ich war jedoch so zornig, dass die Schrift schlecht ausfiel und die Mutter sagte: "Meinst du, von einem so unfreundlichen Kinde werde das Christkind ein Zettelchen lesen?" - Ich aber entgegnete rasch: "Das Christkind betrügt nicht und ist selbst unfreundlich gegen alle, welche betrügen." Auf diese Worte hatte die Mutter nichts zu erwidern, denn wie oft hatte ich dieselben aus ihrem eigenen Munde vernommen! Als Vroni immer traurig blieb, stieß mich Anton heimlich voller Mitleid; aber ich fühlte keines, es war mir recht, ich gönnte ihr die Traurigkeit. Das war eine schlimme Weihnachtsvorbereitung! O, wer den Glauben an einen geliebten Menschen so leicht verliert, ist stets auf bösem Wege, und auf diesem Wege wandelte ich nun.
So ging es fort, zwei, drei Tage. - Die Hutzellaibe lagen gebacken auf dem Brett, jedes trug das angeklebte Zettelchen mit dem Namen des Eigentümers. Ich las auch den meinen, und es war ein ganz besonders großer Laib. Ich maß ihn mit den Augen, und als ich allein war, nahm ich sogar das Ende, meines Schürzchens und maß ihn gegen die andern ab; wahrhaftig, er war größer als die übrigen! Was sollte ich davon denken?
So kam der Weihnachts - Vortag heran, ein furchtbar langer, öder Tag! Die Minuten schlichen gleich Stunden und die Stunden gleich Tagen; das Herz pochte gleich der Uhr, nur nicht so regelmäßig. Das Essen schmeckte keinem von uns, und dazu hatte jedermann zu tun, niemand fand Zeit, mit uns zu reden oder zu spielen. Alle Zimmer waren entweder verschlossen, oder wenn wir die Schnalle drehten, schob sich ein Riegel vor, und wir mussten beisammen im Kinderzimmer bleiben. Wir beneideten unser Schwesterlein, das nachmittags mitten auf dem Boden einschlief. Wir konnten nicht schlafen, nicht spielen; wir wussten und auch nichts zu sagen, denn unser ganze Herz war eine Erwartung. Anton machte den Vorschlag, immer auf sechzig zu zählen, um die Minuten abzumessen; als wir es aber auf tausend gebracht hatten und auf der Uhr noch keine Viertelstunde vorüber war, fanden wir diese Mittel, die Zeit zu beflügeln, völlig untaugsam. Endlich wurde es Nacht; endlich zündete Vroni im langen Gange die Lampen an; endlich rückten die Leute aus dem Dorf ein.

Fortsetzung folgt ....



Basteltipp

Perlensterne basteln



Material:

Biegplüsch, Schere, Perlen

Aus Biegeplüsch werden Sterne mit sechs Armen gebastelt.
In der Mitte werden sie mit einem kleinen Stück Biegeplüsch fixiert.
Wir haben drei Biegeplüschstränge übereinander gelegt.
Arbeitet man mit sehr kleinen Kindern, ist es sinnvoll die Sterne aus Biegeplüsch vorzuarbeiten.



Oben werden die Biegeplüschstränge einfach umgebogen und verdreht.

Faden einfädeln und ab an den Weihnachtsbaum!



Tipp von mir. Ihr könnt dafür Pfeifenreiniger nehmen und man bekommt Perlen auch in sehr edlen Farbe, so dass man sie seinem Geschmack anpassen kann. Man kann auch ganz dünnes Bindedraht nehmen, wenn die Löcher der Perlen kleiner sind.

Rezept[/mittig]


[mittig]

Himmelsgebäck

Was ihr dafür benötigt:

150g Speisestärke
300 Mehl
1 Ei
1 Eigelb
150g Zucker
1 P. Vanillinzucker
300 Butter

Zum Bestreichen: Marmelade
Los geht's!

Knetet - Mehl, Speisestärke, Ei, Eigelb, Zucker, Vanillinzucker und in Flöckchen dazugegebene Butter, zu einen Teig.
1 Stunde kühl stellen.
Ausrollen. Plätzchen und Ringe ausstechen, etwa 8-12 Minuten 180 Grad backen (je nach Backofen - bis sie sich leicht golden färben).
Nach dem Abkühlen mit Marmelade bestreichen und den Ring auf den Keks setzen.


Weihnachtsbräuche in Deutschland ...

Weihnachts- und Adventsbräuche

In früheren Zeiten, bescherte der Weihnachtsmann jungen Paaren Kindersegen in dem er die Babys von den Bäumen holte!
Eine Zeitlang hatte der Adventskranz 24 Kerzen,
der Christbaum hing verkehrt rum von der Decke .
Da sind wir heute irgendwie besser dran. Obwohl sich eines über Jahrhunderte gehalten hat: Alljährlich im Dezember, wenn Nebel, Schnee und Eis das Land verhüllen und die Nächte am längsten sind, erwacht die Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit....
Der schönste Weihnachtsbrauch ist gleichzeitig auch der älteste von allen und noch immer lebendig: sich mit anderen von Herzen zu freuen.


[size=150]... und anderswo


Weihnachten in Norwegen

zusammengestellt von Krischa aus Finnland

Auf allen Weltmeeren und Häfen der Welt werden zur Weihnachtszeit an den Mastspitzen der norwegischen Schiffe Weihnachtsbäume angebracht. Wie in jedem norwegischen Haushalt, so wird auch an Bord norwegischer Schiffe Weihnachten "auf norwegisch" gefeiert. Diese Weihnachtsfeier unterscheiden sich ein wenig von anderen Nationen, jedoch ist der Unterschied heute nicht mehr so groß wie noch vor nur wenigen Jahren.
Ansonsten gibt es die gleichen hektischen Weihnachtsvorbereitungen, wundervoll geschmückte Weihnachtsbäume auf öffentlichen Plätzen, Straßen, die mit Girlanden und Lichterketten behängt sind und phantasievoll dekorierte Schaufenster. Und wie auch in den anderen Großstädten, so träumt auch hier mach einer von Weihnachtsfesten früherer Zeiten. In Norwegen gibt es das alte Weihnachten aber noch!
Schon im November laden Restaurants zum "Julbord", dem Weihnachtsbuffet, ein und viele Firmen feiern mit ihren Angestellten das "kleine Weihnachten". Auf dem Land beginnen die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest oft schon mehrere Wochen vorher. Das sogenannte "Juleøl", das Weihnachtsbier, wird gebraut und es wird viel gebacken. Am Duft exotischer Gewürze und an aromatischen Backdünsten ist zu erkennen, dass es weihnachtet. Ohne Pfefferkuchen, Schmalzkränzchen, Hörnchen und anderem Traditionsgebäck ist es eben nicht "Jul". Sieben Sorten Kekse müssen es sein und die meisten Leute halten sich auch dran. Auch der "Julekaker", der Christstollen, ein süßes Weihnachtsbrot mit Rosinen, Zitronat, Nüssen und Kardamom darf nicht fehlen. Je näher Weihnachten heranrückt, desto größer wird die Spannung.
Zum Weihnachtsrummel gehört auch das Großreinemachen des Hauses und das Holzhacken., denn das Feuer darf während der Weihnachtstage nicht ausgehen. Und natürlich wird ein besonders schöner Weihnachtsbaum aus dem Wald geholt. Diesen Weg konnte sich der Urgroßvater früher sparen, denn der Weihnachtsbaumbrauch kam erst in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. aus Deutschland nach Norwegen, in die Landgebiete sogar noch später.
Am Weihnachtsvorabend wird hinter verschlossenen Türen der Baum von den Eltern geschmückt, und man vergisst auch nicht, dem "Nisse", so einer Art Heinzelmännchen, eine Schüssel Brei in die Scheune zu bringen. Er gilt als Beschützer des Hauses. Wer weiß schon, ob es den kleinen Kerl nicht wirklich gibt? Aber auch der anderen Tiere gedenkt man: Das "Julenek", eine Garbe Hafer wird für die Vögel an einen Pfahl gesteckt, und die Tiere des Hofes bekommen eine Extraration. Am Nachmittag läuten die Kirchenglocken die Weihnachtszeit ein. Wenn die Glocken verstummen, senkt sich der Weihnachtsfriede über Höfe und Dörfer. Hell erleuchtete Fenster senden ihr freundliches Licht in den dunklen Winternachmittag .
Die eigentliche Weihnachtsfeier beginnt meist mit dem Vorlesen dem Weihnachtsevangeliums. Manch einer hat noch eine alte Familienbibel, wo auf den ersten Seiten Geburten und Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Sterbefälle von vielen Generationen eingetragen sind. Danach versammelt sich die Familie zum traditionellen Weihnachtsessen.
Essen ist ein wichtiger Teil der Feiertage. Mitten am Tag gibt es zur Stärkung erst mal Reisbrei, worin eine Mandel versteckt ist. Wer sie findet, bekommt ein Marzipanschweinchen. Man tat das ursprünglich, um die Wartezeit für die Kinder abzukürzen. Als kulinarische Höhepunkte werden dann aufgetischt: an der Küste Dorsch, Heilbutt oder Laugenfisch, in Ostnorwegen feine gegrillte Schweinerippchen, die man leider nur an Weihnachten erhält, dabei schmecken sie so gut, weiterhin Fleischklößchen und Schweinekochwurst und in Westnorwegen stehen gepökelte Lammrippchen, der Kronenbraten und ein riesiger Schinken auf dem Tisch. Dazu kommen unzählige verschiedene Aufläufe und auch die eingelegten Heringe in vielen Varianten fehlen auf keinem Tisch. Als Dessert lässt man sich dann eine sahnige Reiscreme mit rotem Fruchtsaft und zuletzt einen Aquavit schmecken. Nach all dem fetten Essen braucht man den dann allerdings zu medizinischen Zwecken.
Doch die Kinder haben nicht viel Freude am Essen. Ungeduldig richten sich ihre Augen sind auf die geschlossene Wohnzimmertür. Sie können es kaum noch erwarten, bis die Erwachsenen fertig sind. Endlich kommt der ersehnte Augenblick und die Tür wird geöffnet! Die Kinder stürzen aufgeregt hinein, überwältigt vom Anblick des Tannenbaums im strahlenden Schimmer der Kerzen und den sorgfältig verpackten Geschenken darunter. Es folgt die alte norwegische Sitte, der "Rundgang um den Tannenbaum". Man fasst einander an den Händen, bildet einen Kreis um den Baum, tanzt gemeinsam darum herum und singt Weihnachtslieder. Sollte der Kreis zu klein sein, werden Puppen und Teddybären in den Kreis mit aufgenommen. Danach werden endlich die Geschenke verteilt. Der Rest des Abends wird mit Gesellschaftsspielen und dergleichen verbracht, und man lässt sich Kuchen und andere Leckereien schmecken.
Früh am Morgen des ersten Weihnachtstages geht die Familie zur Kirche. In manchen Gegenden fährt man immer noch mit Pferd und Schlitten dorthin, und das Klingeln der Schlittenglöckchen ist weithin zu hören. Früher gab es einen Frühgottesdienst, dem dann zu Hause ein Brunch folgte. Heute wird der Gottesdienst meist erst im Laufe des Vormittags abgehalten, im Anschluss daran gibt es ein üppiges Mittagessen.
Die Kirchen in den einzelnen Dörfern sind die selben kleinen Holzkirchen geblieben, die der Gemeinde schon im Mittelalter gedient haben. Wer genauer hinsieht, findet vielleicht auf den im Laufe der Zeit dunkel gewordenen Wänden noch eine alte Runeninschrift, alte Bilder und Holzschnitzereien.
Der Weihnachtsabend und der erste Weihnachtstag bilden nur den Anfang einer Festzeit, die bis zu den Heiligen Drei Königen am 6.Januar dauert, in manchen Gegenden sogar bis zum 13. Januar, Tag des Heiligen Knut.
Weihnachten ist eine Zeit, in der man die Geselligkeit pflegt. überall strömt warmes Licht aus den offenen Türen, Gäste werden willkommen geheißen, alte Gesellschaftsspiele werden hervorgeholt und niemand denkt an die Schlafenszeit der Kinder. Diese dürfen sich verkleiden und von Hof zu Hof ziehen, wo man sie überall mit Kuchen und anderen Leckerbissen bewirtet. Diese Sitte nennt man "Julebukk gehen". Man kennt ihren Ursprung nicht, die Historiker glauben, dass es aus dem Mittelalter stammt.
Die meisten Norweger nehmen die alten Weihnachtsbräuche als selbstverständlich hin. Sie wissen oft gar nicht, dass diese Sitten flüchtige Einblicke in die Lebensweise und den Glauben ihrer Vorfahren gewährt, in heidnischen Kult und alte christliche Traditionen. Der immergrüne Weihnachtsbaum vermittelt die Idee des Wachstums und des Lebens, trotz Winter und Dunkelheit, und ist Ausdruck sowohl heidnischer als auch christlicher Symbole. Den Mistelzweig übernahmen wir von den Kelten, den Christdorn von den Sachsen und die Sitte, sich zu beschenken, kannten schon die Germanen. Viele der alten Weihnachtsbräuche gehen auf heidnische Opferfeste zurück. Das Julfest, die Wintersonnenwende, war ein Bittopfer an die Götter. Es wurde um Segen für Haus und Hof und um Fruchtbarkeit gebeten. Das Julfest traf etwa mit dem christlichen Weihnachtsfest zusammen. Hakon der Gute ließ die beiden Feste zusammenlegen und erließ ein Gesetz, dass jeder Familienvater 40 Kannen Bier brauen müsse und das Fest solange zu dauern habe, wie noch Bier in den Kannen sei. Weshalb so viel Bier? Nun, Hakon war Heide und für jeden Germanen war es oberste religiöse Pflicht, Odin zu ehren. Aus Mangel an Met wurden eben Biergelage abgehalten. Häufig wurden dabei innerhalb der Familien und unter Freunden Julgeschenke ausgetauscht, die Reichen belohnten ihre Gefolgsleute für treue Dienste, und auch die Christen übernahmen bald diese Sitte.
Im Laufe der Jahrhunderte verflochten sich Heidnisches und Christliches recht eng miteinander und heute denkt kaum jemand daran, dass es eigentlich die Heiden waren, die uns das viele Feiern erst gelehrt haben.[/mittig]

[mittig]

Dann kommt alle gut durch den Tag, ich werde mich jetzt der Berliner S-Bahn anvertrauen :o

LG Frauchen Miezehumpf[/mittig]


Der große Reichtum unseres Lebens sind die kleinen Sonnenstrahlen, die jeden Tag auf unseren Weg fallen !

 
Marina
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Registriert am: 13.02.2009


RE: 11. Dezember 2012

#2 von AdsBot [Google] ( gelöscht ) , 12.12.2012 12:57

Nun hatte ich etwas Zeit mich mit dem gestrigen Kalenderblatt zu beschäftigen.
Besonders amüsant fand ich die Herkunft des Ruprecht, die verschiedenen
Wortstämme. ;-) Auch die Weihnachtsbräuche in den unterschiedlichen
Ländern sind immer sehr interessant. :-)

:daumendrueck: Ich hoffe der PC läuft heute Abend wieder :daumendrueck:


Liebe Grüsse
Crissi :heart: :winkewinke:

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12. Dezember 2012
10. Dezember 2012

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