RE: 15. Dezember 2012

#1 von Marina , 15.12.2012 20:50

15. Dezember - 9 Tage bis Weihnachten



[mittig]Weihnachtsglocken

O Winterwaldnacht, stumm und her,
mit deinen eisumglänzten Zweigen,
lautlos und pfadlos, schneelastschwer,-
wie ist das groß, dein stolzes Schweigen!

Es blinkt der Vollmond klar und kalt;
in tausend funkelharten Ketten
sind festgeschmiedet Berg und Wald,
nichts kann von diesem Baum erretten.

Der Vogel fällt, das Wild bricht ein,
der Quell erstarrt, die Fichten beben;
so ringt den großen Kampf ums Sein
ein tausendfaches banges Leben.

Doch in den Dörfern traut und sacht,
da läuten heut` zur Welt hinieden
die Weihnachtsglocken durch die Nacht
ihr Wunderlied - vom ew`gen Frieden.

Karl Stieler
1842-1885






Eine Weihnachtsgeschichte

Die Geschichte vom Weihnachtsmarkt
Luise Büchner

Am Tage vor Weihnachten war das Wetter hell und klar und der Schnee festgefroren. Da sagte die Tante zu den Kindern: "Heute führe ich Euch auf den Weihnachtsmarkt, lasst Euch schnell die Mäntelchen anziehen und die Hütchen aufsetzen!"
Das brauchte sie nicht zweimal zu sagen, in einem Augenblick waren die Kinder fertig und nun ging es hinaus in den frischen, klaren Morgen. Man dachte aber gar nicht an die Kälte, denn in den Straßen war ein so geschäftiges Hin - und Herrennen, ein so hastiges Treiben, als ob der schönste Frühlingstag angebrochen wäre. Und fast ein Frühlingsanblick war es auch, als die Tante nun mit den Kindern in die Straße einbog, welche zum Markte führt. Sie hielt Georg und Mathildchen an beiden Händen und so gingen sie durch zwei lange, dichte Reihen von Fichten - und Tannenbäumen aller Art, groß und klein, hell - und dunkelgrün, die sich prächtig ausnahmen auf dem weißen, funkelnden Schnee. Um die Bäume herum war ein Drängen und Schieben, dass man kaum vorbei konnte, und überall begegnete man Leuten, die ihre Bäume schon nach Hause trugen.
"Aber, Tante", sagte Mathildchen, "ich dachte, das Christkindchen bringt Alles, und nun holen sich doch da die Menschen ihre Christbäume selbst nach Hause."
"Das ist wahr", sagte die Tante, "aber Du vergisst, dass sie das Christkind alle hierher geschickt, und unsichtbar geht es jetzt mit dem Nikolaus umher und sieht und hört Alles, was hier vorgeht. Es gibt jetzt so viele Menschen auf der Welt, dass die Beiden mit dem besten Willen nicht mehr alle Geschäfte allein fertig bringen können und da müssen sie sich schon von den großen Leuten ein wenig helfen lassen. Verstehst Du das?"
"Ja, Tante, ganz gut", antwortete Mathildchen und befriedigt gingen sie weiter nach dem Markte, wo eine Bude neben der andern stand, angefüllt mit begehrenswerten Herrlichkeiten. Auch da ging es munter zu und namentlich vor dem Puppenladen standen ganze Reihen von Kindern, die zusahen, wie die Puppen sich an langen Fäden hin - und herschaukelten.
Georg und Mathildchen sperrten Mund und Nase auf, die Tante aber ging bald da, bald dort an eine Bude, sprach leise einige Worte und ließ dann geheimnisvoll etwas in ihre große Markttasche gleiten.
"Tante, kaufe mir auch etwas", bat Mathildchen, "die Puppe mit dem rosa Kleid möchte ich gerne haben, die gefällt mir!"
"Mir auch kaufen, eine Peitsche!" rief Georg. "Ihr seid klug", sagte die Tante, "Ihr wollt also schon heute und morgen noch einmal beschert haben?" "Ja, Tante, recht gern!" rief das kleine mutwillige Volk und - was wollte die gute Tante machen? Sie kaufte die Puppe und die Peitsche und als sie erstere gerade dem Mathildchen hinreichen und in die ausgestreckte Hand geben wollte, hörte sie hinter sich sagen: "Ach, wenn doch die schöne Puppe mein wäre!" Sie sahen sich Alle um, da stand ein Häuflein Kinder beieinander, vier oder fünf, die waren ganz blau und rot gefroren, denn sie hatten nur schlechte, dünne Kleider an und der Wind zerzauste ihre gelben, unbedeckten Haare. Das Kind, welches gesprochen, war ein wenig kleiner als Mathildchen und streckte immer noch die Hand nach der Puppe aus, obgleich die größeren es am Rocke zupften und ihm wehrten. Ach, es hätte doch gar zu gern auch einmal in seinem Leben eine schöne, neue Puppe gehabt, aber es waren arme Kinder, für die Niemand den Christbaum schmückte und die sich mit dem bloßen Ansehen und Wünschen begnügen mussten.
"Möchtest Du die Puppe haben?" sagte die Tante freundlich zu dem kleinen Mädchen und Mathildchen zog sie am Kleid und flüsterte: "Liebste Tante, kaufe dem Kinde doch auch Eine!"
Die Tante aber schüttelte den Kopf und da das kleine Mädchen nicht antwortete, sondern jetzt verschämt wegsah, fragte sie den größten Knaben, ob sie Geschwister seien, wie sie hießen und wo sie wohnten. Er gab auf Alles ordentlich Antwort, die Tante schrieb es in ihr Notizbuch, dann nickte sie den Kindern freundlich zu und ging weiter. "Aber Tante -" sagte Mathildchen ganz erstaunt. "Komm' nur schnell", lautete die Antwort, "es ist viel zu kalt, um lange still zu stehen und wir haben noch eine Menge Geschäfte. Nicht wahr, Mathildchen, die Puppe mit dem rosa Kleid gibst Du gern dem kleinen Mädchen und Georg überlässt seine Peitsche dem dicken Jungen mit der Schmutznase, der gerade so groß ist wie er?" "Ja, Tante, sehr gern!" riefen die Kinder, "aber sie sind ja nicht mehr da, wir haben sie im Gedränge verloren!" "Nur Geduld, sie werden sich schon wiederfinden. Da hat uns das unsichtbare Christkind einen Teil seiner Arbeit übertragen und wir müssen und eilen, dass wir unsere Sache gut machen. Ihr werdet schon sehen, wie das ist."
Nun kaufte die Tante noch allerlei hübsche Spielsachen ein, auch einige warme Kleidungsstücke, dann verschiedenes Gebackenes, Glaskugeln, Wachskerzen und zuletzt ein kleines Bäumchen, das Mathildchen zu ihrer höchsten Freude eigenhändig nach Hause tragen durfte. Das kleine Volk verging fast vor Neugierde, was es mit all' den Dingen geben sollte, die Tante sagte aber nur: "Wartet bis heute Abend!"
Der Abend kam und mit ihm die trauliche Erzählerstunde. Die Kinder saßen eng an die Tante gedrückt und Georg seufzte so recht aus Herzensgrund: "Ach, jetzt brauchen wir nur noch einmal zu schlafen" - "und dann ist das liebe Christkindchen da!" fuhr Mathildchen fort und klatschte dabei jubelnd in die Hände. "Aber Tante, was erzählst Du uns denn heute?"
"Heute erzähle ich Euch eine Geschichte vom Weihnachtsmarkt, die ist noch viel schöner als die unsrige werden wird; hört mir recht aufmerksam zu.
Vor vielen, vielen Jahren, als Ihr noch lange nicht auf der Welt waret, ist der Weihnachtsmarkt schon eben so schön gewesen, als heute und alle Kinder der Stadt, die armen wie die reichen, gingen hin, sich die Herrlichkeiten zu betrachten. Das Christkind hatte schon damals die Gewohnheit, sich unbemerkt unter die Menge zu mischen; über sein weißes Kleid hatte es einen langen, dunklen Mantel gezogen und sein Blondköpfchen unter einer Kapuze versteckt. Niemand konnte es erkennen, und so hörte es, was die Leute miteinander redeten, was sie sich wünschten und vornehmlich achtete es auf die Kinder, ob sie sich bescheiden oder habgierig und unartig auf dem Weihnachtsmarkt benahmen. Gegen Abend kam es an eine Bude, in der waren die schönsten Kinderspielsachen des ganzen Marktes zu finden, und sie war ganz umdrängt von Kindern, die voll Sehnsucht und Bewunderung die wundervollen Puppen, die Kochherde, die zierlichen Porzellangeschirre, die Puppenmöbel, sowie die buntaufgezäumten Pferdchen, die Flinten, Trommeln und Trompeten betrachteten. Eines machte das Andere auf immer neue Wunder aufmerksam und Christkind freute sich an ihrer Freude und lachte fröhlich mit ihnen. auf einmal sah es ganz am Ende der Bude ein kleines Mädchen von etwa zehn Jahren stehen, das einen schweren, zappelnden Buben auf dem Arm hielt, der fortwährend in die Höhe reichte, so dass die Kleine große Mühe hatte, ihn festzuhalten. Sie musste sehr arm sein, denn sie hatte ein ganz dünnes Röckchen an und ihre Arme waren halb entblößt, aber das Haar war ordentlich gekämmt und in zwei feste Zöpfe geflochten, unter denen ein Paar dunkelblaue Augen gar gutmütig und freundlich hervorschauten. Sie lächelte bald dem Brüderchen zu, bald betrachtete sie die schönen Dinge mit einer Freude, dass man sich selber darüber freuen musste. Christkindchen ging zu dem Mädchen, legte ihm leise die Hand auf die Schulter und sagte mit seiner süßen Stimme: "Liebes Kind, die Sachen da gefallen Dir wohl sehr gut; wähle Dir etwas davon aus, was Du am liebsten haben möchtest, ich will es Dir zum Weihnachtsgeschenke geben."
Das Kind ward dunkelrot vor Freude, seine Augen leuchteten und durchliefen die bunte Reihe, die vor ihm prangte. Da reichte das Brüderchen wieder jauchzend mit dem Händchen empor. Das Mädchen drückte das Kind an sich, folgte seinem verlangenden Blick und sagte dann schüchtern, indem es die Augen niederschlug: "Wenn sie mir wirklich eine Freude machen wollen, so geben sie meinem Brüderchen die goldglänzende Trompete, die da oben hängt, er möchte sie gar zu gern haben."
Dem guten Christkind kamen die Tränen in die Augen, als es das hörte. Das war ein Kind nach seinem Sinn. Es gönnte dem Brüderchen lieber eine Freude, als sich selbst. Schnell nahm Christkind die Trompete herunter, reichte sie dem Brüderchen hin, das hell auflachte und ging weiter."
"Da hätte doch das Christkind dem guten Mädchen auch etwas geben können!" rief Mathildchen eifrig.
"Sei nur ruhig und höre weiter zu, Christkind machte es noch viel besser. Da es alle Menschen kennt, so wusste es, dass das brave Schwesterchen, welches seinen Bruder so lieb hatte, Mariechen hieß, dass seine Eltern sehr arm waren und sie ganz am Ende der Stadt in einem alten, kleinen Häuschen wohnten.
Am nächsten Abend war Weihnacht. Schon flammten überall die Christbäume, jauchzten und lärmten die Kinder, in dem kleinen Häuschen aber war es dunkel und still. "Wir sind zu arm, wir können das Christkind nicht bestellen", sagte die Mutter zu ihren fünf Kindern, als sie beieinander saßen und Eines derselben fragte, ob nicht das Christkind auch zu ihnen käme. Dabei weinte sie und die Kinder taten es auch. Nur der kleine Bruder war vergnügt, der schmetterte laut auf seiner Trompete und das gute Mariechen, welches das älteste der Geschwister war, einte auch nicht und sagte: "Ach, wir sind doch vergnügt, wir haben einander ja so lieb." Auf einmal aber ward es lebendig vor dem kleinen Hause; es klingelte so sonderbar und leise durch die dunkle Nacht und da kam ja wahrhaftig ein Eselein einhergetrabt, neben dem ging ein dunkler Mann mit einem weißen, langen Bart und auf dem Esel saß ein wunderschöner Engel, mit weißen, glänzenden Flügeln und einem lichtblauen Gewande, das war wie der Winterhimmel mit flimmernden Sternen ganz übersät. Das konnte ja wohl Niemand anders sein, als unser liebes Christkind mit seinem getreuen Nikolaus. Der band das Eselchen an der Türe fest, Christkind stieg ab, machte leise die Türe auf und Nikolaus trug die schweren Tragkörbe, die er dem Esel abgenommen, in das Haus hinein.
In der Küche stellte sie Alles nieder, dann schellte Christkind laut und lange, dass sie drinnen in der Stube Alle in die Höhe fuhren und nach der Türe liefen, um zu sehen, was das bedeute. Dass es so kommen würde, hatte sich der Nikolaus schon vorgestellt; er stand darum vor der Stubentüre und rief, als sie aufging, mit seiner Bärenstimme hinein: "Es soll Niemand heraus kommen, als das Mariechen!"
Da flohen Alle vor furcht wieder zurück und nur Mariechen kam unerschrocken heraus und sagte: "Da bin ich, was soll ich tun?"
"Komm' in die Küche!" brummte der Nikolaus jetzt etwas sanfter und als sie hineinkam, da war diese ganz erfüllt von dem wunderbarsten Glanze und Mariechen sah das Christkind leibhaftig vor sich stehen. Nun erschrak es so sehr, dass es fast umgefallen wäre, Christkind aber fasste es in die Arme, küsste es auf die Stirne und sagte: "Kennst Du mich noch?" und als Mariechen erstaunt mit dem Kopfe schüttelte, fuhr es fort: "Aber ich kenne Dich, so wie ich alle guten und braven Kinder kenne. Ich war die Frau, die Dir gestern auf dem Weihnachtsmarkt die Trompete für den Bruder gab, weil Du ihm lieber als Dir eine Freude gönntest und darum komme ich, um heute auch dir ein Vergnügen zu bereiten. Weil du so gerne gibst, sollst du jetzt Deinen lieben Geschwistern und Deiner Mutter an meiner Stelle bescheren. Ist Dir das recht?"
Das gute Mariechen schluchzte laut vor Freude: "O Christkind", rief es, "so viel verdiene ich ja gar nicht." "Weine jetzt nicht, Mariechen, sondern eile Dich, wir müssen wieder fort", sagte Christkind, "gehe hinein in die Stube und schicke sie Alle in die Kammer, damit wir anfangen können."
Mariechen wusste nicht, ob es träume oder wache, aber es lief hinein in die Stube und rief zwischen Weinen und Lachen: "Macht Euch schnell Alle hinein in die Kammer und guckt ja nicht durch's Schlüsselloch, es kommt etwas sehr Schönes!"
Die Mutter wollte erst fragen, aber Mariechen bat sie so herzlich, mit den Geschwistern hinein zu gehen, dass sie sich fügte. Dann schloss Mariechen schnell die Türe hinter ihnen zu, lief in die Küche, dann wieder herein und holte auf Christkindchens Geheiß ein weißes Tuch aus dem Schrank, das es über den alten, schwarzen Tisch breitete. Nun fing der Nikolaus an auszupacken und seine Siebensachen in die Stube zu schleppen. Mitten auf den Tisch stellte er einen Christbaum, der war über die Maßen schön geschmückt und mit Lichtern ganz übersät. Der Baum stand in einem Moosgärtchen, in dem weideten weiße, flockige Schafe mit goldnen Halsbändern und langen, roten Beinen und ein Schäfer saß auf einem Felsen und blies auf seiner Schalmei, man hörte es aber nicht. Dann wurde um den Baum herum große Herzlebkuchen gelegt, für die Mutter und jedes der Kinder einen. Auf jedem schichtete Christkind ein Häufchen Äpfel, Nüsse und Anisgebackenes auf und legte die Päckchen daneben, die Nikolaus ihm reichte. Da war für die Mutter ein warmes Tuch, Für Gretchen ein Kleidchen und eine schöne Puppe, für Hans eine Mütze und ein Lesebuch, für Jakob ein Kittel und eine Flinte und für den kleinen Trompeter, der spaßiger Weise auch gerade Peterchen hieß, warme Schuhe und Strümpfe und ein Paar wundernette Pferdchen mit roten Zäumen.
Mariechen half auspacken und auflegen und war ganz außer sich vor Freude. Als sie fertig waren, sagte Christkind: "Für Dich Mariechen, habe ich nichts, was meinst du dazu?"
"O, liebes Christkind", rief Mariechen und hob die gefalteten Hände in die Höhe, "ich bin doch die Glücklichste von Allen; Du gibst mir das Schönste und Beste, indem ich den Andern bescheren und ihre Freude sehen darf." "Recht so, meine Kleine", antwortete das Christkind und küsste Mariechen wieder auf die Stirne, "Bleibe so gut und liebevoll und es wird Dir wohl gehen auf Erden und alle Menschen werden Dich lieben!"
"Wir müssen fort", mahnte der Nikolaus, "wir sind noch lange nicht fertig."
"Ich komme schon, alter Brummbär", sagte Christkind, breitete seine Flügel auseinander, lächelte Mariechen noch einmal freundlich zu und - fort waren sie. Nur ganz aus der Ferne hörte man noch Eselchens Glöcklein erklingen.
In dem engen Häuschen aber erhob sich jetzt ein Jubel und Jauchzen, wie es in keinem der reichen, stattlichen Häuser froher und herzlicher gewesen. Auf Mariechens Ruf waren sie aus der dunklen Kammer herausgestürzt, standen erst einen Augenblick wie versteinert und dann brach die helle Freude los.
"Ach, was für ein schönes Kleid! - Wie, eine Flinte für mich? Ich schieße euch alle tot: Pfiff, Pfaff, Pfuff! - Ein Buch, ein Buch! Daraus lese ich Euch vor! - Zieh, Gaul, zieh!" So ging es wohl eine Viertelstunde lang ohne aufzuhören, man war fast taub von dem Lärm.
"Aber Mariechen, Du hast ja gar nichts", riefen auf einmal die Geschwister, nachdem sie sich an ihren Geschenken und dem strahlenden Christbaum satt gesehen. Die Mutter, die bis dahin nur durcheinander gelacht und geweint hatte, nahm ihr Mariechen in den Arm, küsste und drückte es fest an sich und sagte zu den Andern: "Seht Ihr nicht, dass sie das Beste bekommen hat. Weil sie so gerne gibt, durfte sie uns geben, und das ist immer noch zehnmal seliger als nehmen. - Wie nun die Tante schwieg, denn die Geschichte war zu Ende, blieben die Kinder noch ein Weilchen sitzen, dann sagte Mathildchen:
"Tante ich möchte die rosa Puppe, welche Du mir heute gekauft hast, gerne dem kleinen Mädchen bescheren, das wir heute auf dem Markt gesehen. Wenn wir nur wüssten, wie es heißt und wo es wohnt!"
"Und ich will die Peitsche bescheren!" rief Georg. "Wollt Ihr gerne?" sagte die Tante; "nun, das ist schön, da haben wir ja alle drei den gleichen Gedanken, und ich weiß auch, wie die Kinder heißen und wo sie wohnen. Heute Abend erlaubt Euch die Mama ein Stündchen länger aufzubleiben; da sollt Ihr mir eine ganz Weihnachtsbescherung für sie rüsten helfen!"
Georg und Mathildchen klatschten vor Freude in die Hände und liefen geschäftig hin und her der Tante zu helfen. Erst wurde das Tannenbäumchen hereingebracht, welches sie auf dem Markte gekauft hatten, wurde in ein Moosgärtchen gesteckt, in dem gleichfalls rotbeinige Schafe weideten, und hernach feierlich die große Tasche herbeigeschleppt, die so viele Schätze verschlungen hatte und sie nun alle wieder herausgeben musste.
Die Kinder bekamen Nadel und Faden, damit fädelten sie die Glasperlen ein, dann wickelten sie feinen Draht um die goldnen und silbernen Nüsse und knüpften lange Seidenfäden an die Konfektstücke. Die Tante hing Alles auf, befestigte die Kerzchen an dem Baume und bald stand er fertig geschmückt vor ihnen. Dann wurden die Spielsachen und Kleidungsstücke, welche die Tante besorgt, herbeigeholt, für jedes Kind ein Päckchen davon gemacht und sein Name darauf geschrieben. Dass die rosa Puppe und die Peitsche mit dabei waren, versteht sich von selbst.
Sie waren kaum fertig, als es anklopfte und eine Frau hereintrat, die gar ärmlich, aber reinlich gekleidet war. die Tante begrüßte sie freundlich und sagte zu ihr: "Liebe Frau, da haben wir, mein Mathildchen, mein Georg und ich eine kleine Christbescherung für Ihre Kinder hergerichtet. Nehmen Sie Alles mit sich, verstecken sie es daheim und morgen Abend, wenn es fünf Uhr schlägt, zünden Sie den Kinderchen den Christbaum an, da brennt er gerade zur selben Zeit mit dem unsrigen." Die Frau war überglücklich; sie drückte der Tante die Hand, küsste Georg und Mathildchen und packte dann mit deren Hilfe Alles wohl zusammen.
Nun waren aber die Kinder sehr müde, so wie die Tante auch. sie setzte sich mit ihnen noch einen Augenblick auf das Sofa und nahm jedes in einen Arm, da sagte Mathildchen, indem es sein Köpfchen an die Schulter der Tante legte: "Tantchen, ich bin so vergnügt! Ich denke gar nicht mehr daran, dass morgen schon Weihnachten ist, ich meine, es habe mir schon beschert!"
"Ich bin auch vergnügt, mein Goldkind", antwortete die Tante, "denn das gibt eine Bescherung nach meinem Sinn. Aus den großen, allgemeinen Bescherungen, wo die armen Kinder in fremden Häusern und unter den Augen von fremden Leuten in einen Saal mit einigen Christbäumen getrieben werden, wo sie sich kaum umzusehen, noch weniger sich laut zu freuen wagen, und dann, wenn sie heimkommen, ihr dunkles Stübchen noch dunkler finden, mache ich mir im Grunde nicht viel. Wenn ich ein König wäre, müsste am Weihnachtsabend in jedem Häuschen, wo Kinder sind, ein Christbaum brennen und wäre er auch nicht größer als meine Hand!" die Tante sagte das eigentlich nur für sich, denn die Kinder hätten es doch nicht verstanden und schliefen auch schon halb. -
Als es aber wieder Abend ward, da brauchte die Tante nichts mehr zu erzählen, denn da war der heilige Christ selber gekommen und hatte alle Wünsche, Träume und Hoffnungen in glückselige Wirklichkeit verwandelt. Georg und Mathildchen waren außer sich vor Freude, sie wussten kaum, was sie zuerst und am meisten bewundern sollten. Mathildchen stand vor einer herrlichen Puppenküche und war bereits in voller Tätigkeit, einen Kuchen zusammen zu rühren, da rief sie plötzlich aus Ihrem Jubel heraus: "Ach Tante, eben denke ich dran! Jetzt ist es auch hell bei den armen Kindern und beschert es bei ihnen. Das ist doch noch das Allerschönste!" "Ja, das Allerschönste!" wiederholte Georg von seinem neuen Schaukelpferde aus.

Luise Büchner, 1821 - 1877





Basteltipp



Weihnachten Serviettenhalter

Das Bastelmaterial

drei alte CDs
ein weihnachtliches Motiv
Tannenzweige aus Kunststoff
zwei weihnachtliche Figuren
vier Sterne aus Kunststoff
selbstklebende Effektfolie
große Schere
Heißklebepistole

Mit der großen Schere wird von zwei CDs ein ca. 1 cm breites Stück abgeschnitten. Das geht sehr schwer und Kinder sollten sich dabei auf jeden Fall von einem Erwachsenen helfen lassen. Anschließend werden diese beiden CDs auf die Rückseite der Effektfolie aufgelegt und der Umriss wird nachgezeichnet. Die Folie wird ausgeschnitten und auf die bedruckte Seite der CD geklebt. Eine der CDs wird ein zweites Mal auf die Rückseite der Folie aufgelegt und wieder umrissen. Denn auch die andere Seite dieser CD wird mit der Folie beklebt. Die andere CD wird mit dem weihnachtlichen oder Motiv oder anderen Dekorationen passend zu Weihnachten auf der silberfarbenen Seite beklebt. Das Motiv sollte genau mittig sitzen, damit das Loch der CD verdeckt wird.

Nun wird wieder die Hilfe eines Erwachsenen benötigt. Denn die beiden CDs werden nun auf die dritte CD aufgeklebt. Dazu wird die abgeschnittene Seite mit Heißkleber bestrichen und die CD wird fest auf die silberfarbene Seite der noch ganzen CD gesetzt. Sie sollte sich neben dem Loch der dritten CD befinden. Fest andrücken bis der Heißkleber kalt ist. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die CD auch gerade steht. Auch die zweite CD wird nun auf die gleiche Weise aufgeklebt. Dabei sollte man darauf achten, dass sie genau gegenüber der bereits aufgeklebten CD steht. Das Loch der dritten CD befindet sich somit genau zwischen den beiden aufrecht stehenden CDs.

Viel Spaß beim Nacharbeiten !!


Rezept



Rehrücken ausgelöst

1 Rehrücken
Olivenöl
10 Wacholderbeeren, zerdrückt
Pfeffer, schwarz, grob gemahlen oder gemörsert
100 g Butter
Salz
Für die Brühe:
4 EL Olivenöl
1 Zwiebel(n) mit Schale
1 Stange/n Lauch
1 Möhre(n)
30 g Knollensellerie
1 Wurzel/n Petersilie, oder 10 Stängel
1 Lorbeerblatt
1 Zehe/n Knoblauch, zerdrückt
1 TL Thymian, getrocknet
50 g Schinken, gewürfelt
1 TL Pfeffer, ganz weiß
1 TL Wacholderbeeren, zerdrückt
500 ml Wein, rot, trocken
Für die Sauce:
1 TL Senf
1 TL Gelee (Johannisbeergelee)
Balsamico (Crema di Balsamico)
Pfeffer, aus der Mühle
Salz
Butter - Stückchen, eiskalt

Zubereitung

Ein Rehrücken ist eine edle Sache. Er macht am Tag der Zubereitung wenig Arbeit, verlangt beim Braten aber Fingerspitzengefühl und 10-12 Minuten die ungeteilte Aufmerksamkeit des Koches. Ich möchte den Rücken rosa gebraten und wenn er dann nur 2 Minuten zu lange im Offen war, ist er durchgebraten, und seine einmalige Zartheit geht verloren.
Zunächst die Überlegung, Rehrücken im Ganzen zu braten oder auszulösen? Ich löse immer aus, weil ich so den Garprozess besser beurteilen und aus den Knochen eine leckere Sauce machen kann. Das wird ein oder zwei Tage vor dem Verzehr gemacht.

Die Rückenstränge von Fett und allen Häutchen befreien, es bleiben je nach Größe des Tieres, etwa 1.000-1.200 g schieres Fleisch übrig. Dieses wird mit einer Mischung aus Olivenöl, zerdrückten Wacholderbeeren und geschrotetem Pfeffer eingerieben. Die Fleischstücke in Alufolie einwickeln und in den Kühlschrank legen. Dort kann es 2–3 Tage ohne Qualitätseinbuße lagern.

Der Fond:
Für den Fond werden alle Knochen und Fleischabfälle sehr klein gehackt bzw. geschnitten und in einer schweren Pfanne oder im Bratentopf im Backofen in etwas Olivenöl möglichst gleichmäßig gebräunt. Darauf achten, dass nichts anbrennt, denn angebrannte Knochen machen die Sauce bitter. Alles in einen großen Kochtopf umschichten. Pfanne oder Bratentopf mit einem Glas Rotwein ablöschen, etwas einkochen lassen und in den Kochtopf geben.
Zwiebel halbieren und die Schnittstellen anrösten, die anderen Gemüse würfeln und mit den Schinkenwürfeln ebenfalls in Olivenöl anrösten. Auch umschichten, ablöschen und in den Topf geben. Kaltes Wasser dazu gießen bis alles bedeckt ist. Gewürze hinzu, und den Inhalt 4-5 Stunden im offenen Topf leicht vor sich hinköcheln lassen. Dabei immer wieder gründlich abschäumen. Die verkochte Flüssigkeit von Zeit zu Zeit durch Rotwein ersetzen.
Anschließend die Knochen-, Fleisch- und Gemüseteile entsorgen und die Flüssigkeit durch ein Haarsieb oder Passiertuch in einen anderen, ausreichend großen Topf umfüllen. Dieser Fond wird bei großer Hitze eingekocht bis nur noch ein knapper halber Liter übrig geblieben ist. Fond erkalten lassen.

Die Sauce:
Bevor das Fleisch in den Ofen kommt, wird die Sauce gemacht. Dazu den Fettdeckel, der sich an der Oberseite des Fonds gebildet hat, abnehmen. Die Konsistenz des Fonds ist geleeartig und fest. Den Fond erhitzen, 1 TL Senf einrühren, pfeffern, salzen und mit 1 TL Johannisbeergelee und Crema di Balsamico abschmecken. Evtl. mit kalten Butterstückchen binden.

Das Fleisch:
Am Tag des Essens das Fleisch 1-2 Stunden vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Denn bei der kurzen Bratzeit wäre es in der Fleischmitte noch kalt, wenn es direkt aus dem Kühlschrank in den Ofen käme.

In einer flachen Brat- oder Auflaufform, die gerade so groß sein sollte, dass das Fleisch gut nebeneinander liegen kann, evtl. die beiden Fleischstränge noch mal halbieren. In dieser Form die Butter in den auf 200° vor geheizten Backofen (Ober- und Unterhitze) zum Schmelzen bringen, dabei etwas salzen. Sie soll zwar richtig heiß sein, aber nicht braun werden.
In diese Butter die Fleischstücke legen. Schon nach 2 Minuten wenden und leicht salzen. Nach weiteren 2 Minuten wieder wenden, ohne zu salzen. Noch zweimal im 2-Minuten-Abstand wenden. Nach etwa 8 Minuten prüfen, wie weit der Rücken ist. Er soll auf Fingerdruck gut nachgeben und nicht zu stramm sein, aber auch nicht zu weich wie gekochte Pilze.
Die fertigen Rückenstücke in Alufolie wickeln und auf der offenen Ofentür ca. 10 Minuten ruhen lassen, damit sich das Fleisch entspannen kann und damit beim Anschneiden kein Fleischsaft auf den Teller läuft.

Als Beilagen liebe ich Spätzle, Salzkartoffeln oder ein Selleriepüree und dazu gebratene Waldpilze, Rosenkohlblättchen oder auch Spitzkohl. Halbe Birnen mit Preiselbeeren passen nicht dazu, weil ich einen guten trockenen Rotwein dazu trinken möchte.



Weihnachtsbräuche

Irland

Heilig Abend wird in dem streng katholischen Land Christmas Eve genannt. Ein zentrales Ereignis ist die Mitternachtsmesse.

In Irand gibt es den Weihnachtsbaum erst seit den 60er Jahren. Allerdings werden schon länger mit Girlanden, Kerzen, Stechpalmen und Efeu die Häuser geschmückt. An Die Türen kommen Kränze.

Die Bescherung wird durch Santa Claus bzw Father Christmas durchgeführt. Er wirft die Geschenke durch den Kamin in Säckchen die dort aufgehängt werden. Er bekommt als Dank immer eine kleine Pastete und einen Whiskey oder eine Flasche Guinnes.

Der 2. Feiertag ist in Irland der St. Stephens Day, nach dem ersten Märtyrer, dem heiligen Stefan ,An diesem Tag tragen junge Leute und Kinder Stechpalmenzweige die mit Bändern geschmückt sind an denen Zaunkönige hängen, singend von Haus zu Haus. Sie sammeln milde Gaben für den Zaunkönigtanz.

Das Weihnachtsfest wird oft mit einem feuchtfröhlichen Gelage beendet.

Großbritannien

Schon in der Vorweihnachtszeit dekorieren die Briten ihre Wohnung recht bunt mit Girlanden,
stellen Weihnachtskarten auf den Kaminsims oder hängen sie an Wäscheleinen quer durchs Zimmer.
Die traditionellen Weihnachtssymbole sind Stechpalmen und Mistelzweig. Sie werden an Deckenlampen oder Türrahmen aufgehängt. Mistelzweige waren schon immer Friedenssymbole. Trafen sich zwei Feinde unter einem Mistelzweig, so umarmten sie sich und bemühten sich ihren Streit zu begraben. Hält sich heute jemand unter einem Mistelzweig auf, so muss er sich, ob er will oder nicht, gefallen lassen, daß er von einem anderen geküsst wird. Er darf sich nicht dagegen wehren.
Auf die Bescherung warten alle Kinder geduldig bis zum Morgen des 25. Dezembers.
Santa Claus oder Father Christmas kommt nämlich nachts auf seinem von Rentieren gezogenen Schlitten und quält sich mit den Gaben den Schornstein hínunter.
Er legt sie ins Wohnzimmer und in den Strumpf, den jedes Kind den Abend vorher am Bettpfosten befestigt hat.

Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist das traditionelle Truthahnessen
am frühen Nachmittag des 1. Weihnachtstages.
Besonders feierlich wird es, wenn die Mutter den mit einem Schuss Rum flambierten Plumpudding brennend ins Zimmer trägt.

[size=150]Rezept Plumpudding[/style]

Zutaten für 6 - 8 Personen

250 gr. Sultaninen
100 gr. Korinthen
125 gr. Backpflaumen
1 Essl. Rum
100 gr. Orangeat
100 gr. Zitronat
2 Äpfel
90 gr. Pflanzenfett
115 gr. Semmelbrösel
100 gr. Mehl
65 gr. brauner Zucker
4 Eier
100 gr. geriebene Haselnüsse
Saft und fein abgeriebene Schale einer Zitrone
1/2 Teel. Nelken, gemahlen
1/2 Teel. Zimt, gemahlen
Muskat
eine Prise Pfeffer

Für die Soße:
125 gr. Butter
125 g. Zucker
3 Essl. Rum

6 Essl. Rum (54%) zum flambieren

Zubereitung

Sultaninen, Korinthen und klengeschnittene Backpflaumen mit dem Rum in eine Schüssel geben und gut durchziehen lassen.
Orangeat, Zitronat und kleingeschnittene Äpfel dazugeben.
Das in Flocken geschnittene Pflanzenfet und die übrigen Zutaten werden daruntergemischt. Etwas Fett und Semmelbrösel zum Fetten der Form zurückhalten.
Der Teig wird in eine gefettete und mit Semmelbrösel bestreute verschließbare Puddingform gegeben und der Deckel geschlossen.
Den Pudding im Wasserbad 3 - 4 Stunden kochen lassen.
Soße:
weiche Butter, Zucker und Rum verrühren, dann die Soße min. 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Den fertigen Plumpudding aus dem Wasserbad nehmen und 5 Minuten stehen lassen
Deckel öffnen und den vorsichtig mit einem Messer vom Rand lösen und stürzen.
Die Soße als Dekoration dazugeben.
zum flambieren den Rum erwärmen, über den Pudding gießen und anzünden.




Ich wünsche Euch Allen einen schönen Adventssamstag.

LG Frauchen Miezehumpf[/mittig]


Der große Reichtum unseres Lebens sind die kleinen Sonnenstrahlen, die jeden Tag auf unseren Weg fallen !

 
Marina
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Registriert am: 13.02.2009

zuletzt bearbeitet 03.11.2014 | Top

   

16. Dezember - 3. Advent -
14. Dezember 2012

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