Sebastião Salgado und seinen Naturfotos

#1 von Frans , 13.01.2015 20:15

Zitat
Sebastião Salgado: Ich habe meinen Planeten gesehen. Wüsten, die Antarktis, Wälder, Menschen, ich möchte zeigen, dass es noch eine Welt gibt, so rein, wie sie am Tag der Schöpfung war, fast die Hälfte dieses Planeten ist noch genau so, wie sie war, als alles begann. 46 Prozent sind unberührt! Zum ersten Mal habe ich fotografiert, was man "la nature morte" nennt, tote Landschaften, aber sie sind ja gar nicht tot, sie leben, alle Berge - leben. Ich habe endlich auch andere Tiere fotografiert, bislang hatte ich ja erst ein Tier aufgenommen[:] Der Mensch. Lassen Sie uns nicht vergessen, auch der Mensch ist nur ein Tier im Königreich der Tiere.



Ich möchte euch gern etwas erzählen über der Fotograf Sebastião Salgado, wovon wir in Amsterdam ein Film schauten der mich sehr beeindrückte: "Das Salz der Erde" (Klick!).

Sebastião Salgado (1944) ist ein brasilianischer Fotograf und Fotoreporter. Salgado gehört zu den sozial engagierten Fotografen in der Tradition der sozialdokumentarischen Fotografie.

Seine Bilder sind um die Welt gegangen und gehören längst zu den Ikonen der modernen Fotografie. Mit den epochalen Mammutprojekten „Arbeiter“ und „Exodus“ wurde Sebastião Salgado international berühmt. Mit Fotos von ausgemerkelten Tagelöhnern in Goldminen oder Flüchtlingen in Ruanda, schafft Salgado eindringliche Dokumente, die den Zustand unserer Welt beschreiben.

Seine Projekte sind emotional geladen und aufwändig. Für jeden Bildband reiste er jahrelang durch alle Kontinente.

Viele seiner Bilder sind zu sehen wenn ihr "Google Bilder" (Klick!) betrachtet. Einfach seinem Nam "Sebastião Salgado" in das Suchfeld angeben. Ihr wird dort auch so einige Bilder sehen die ihr schon kennt - warscheinlich ohne die Nam der Fotografen zu kennen - weil sie durch den Jahre Weltberühmt geworden sind. Überraschend!

Vor [zehn] Jahren begann er nun auf den Galapagos-Inseln sein [letztes] Grossprojekt "Genesis". Wie immer in Schwarz/Weiss, jedoch fotografierte Salgado zum ersten Mal auch Tiere. So war der Künstler vor der Küste Patagoniens wochenlang in einem offenen Boot unterwegs, um seltene Wale aus der Nähe zu fotografieren. Einer von ihnen kam immer wieder und begleitete ihn jeden Tag. Salgado geht dabei unheimlich nah an seine Objekte heran. Als er in den Wäldern Ostafrikas die letzten wilden Berggorillas fand bemerkte er, dass sie in die Linse der Kamera schauten. "Sie sahen ihr Bild wie in einem Spiegel und in diesem Augenblick waren sie unglaublich neugierig, als ob sie sich Fragen stellen würden."

Fraglich bleibt nur, ob auch die Menschheit wieder eine Annäherung an die Natur schafft. Salgado sucht für uns die Welt, die vom Menschen noch nicht erobert ist. [Seine Bilder] öffen uns die Augen, dass noch nicht alles zerstört ist!

Weil seine Bilder durchaus total beeindrückend sind, ist es genau dieses letzte Projekt "Genesis" das mir das meiste interessiert, weil es um Natur und Tiere geht.

Hier könnt ihr einige Bilder sehen die er in Siberien für "Genesis" machte. Rechts kann man weiterblättern nach den folgenden Fotos oder zurückblättern. Wenn ihr auf "i" klickt, bekommt man Informationen zu das Bild was gerade auf deinem Schirm zu sehen ist.
http://www.theguardian.com/artanddesign/...o-genesis#img-1

Wenn ihr bei Google Bilder (sehe auch oben) neben "Sebastião Salgado" die Nam des Projekts "Genesis" eingibt in das Suchfeld, findet ihr ganz viele beeindrückende Naturbilder die er für dieses Projekt machte.

In das nächste Video sprecht Sebastião Salgado über seinem Projekt "Genesis" mit seinem Herausgeber Benedikt Taschen (auf Englisch - aber in den 5 Minuten wirden viele bezaubernde Bilder gezeigt; ich kann das Video unbedingt empfehlen, auch wenn ihr Englisch nicht so gut ist.



In das Video erzählt Herr Salgado auch, das er nach seinen letzten sozialdokumentarischen Projekten Krank geworden ist von alle Elend die er seit Jahrzehnten in über 100 Länder auf die Welt gesehen hat.

Zitat
Ich ging zu meinem Arzt, und er sagte: Sebastião, du bist nicht krank, du stirbst. Du musst aufhören, sonst wirst du mit den Leuten sterben, die du fotografierst. Hör auf!



Doktoren raten ihm, ein anderes Thema zu wahlen. Das ist "Genesis" geworden, ein 10-Jahren-Projekt das nicht zeigt was durch die Menschheit in die Natur verloren ist gegangen, aber wieviel noch übrig ist. Ein ganz anderes Blickpunkt wie heutezutage üblich ist.

Neben Fotografieren zeigt Herr Salgado sein Engagement auch auf eine andere Weise: Er hat in Brasilien auf der Bulcão Farm seiner Familie zweieinhalb Millionen (!) Regenwaldbäume gepflanzt, wodurch sich das lokale Klima nachhaltig geändert hat. Das Gelände schenkte er dem brasilianischen Staat als Nationalpark. Salgado und seine Frau haben das Instituto Terra gegründet, das sich der Wiederaufforstung von gerodeten Wäldern sowie dem Naturschutz verpflichtet fühlt.

Zum Abschluss möchte ich euch hinweisen auf ein sehr interessantes Interview mit Herr Salgado in "Die Zeit": http://www.zeit.de/2013/14/fotograf-seba...salgado-genesis.

Dieses Bericht tut eigentlich kaum Recht an was Herr Salgado in seinem Leben veranstaltet hat. Ich würde sagen: Wenn ihr interessiert oder intrigiert geraten sind, suche einfach in das Internet weiter!


Frans

Für dieses Bericht habe ich (neben oben genennte Quellen und Hinweisen) die folgende Quellen benutzt und zitiert:

Facebook-Seite von Sebastião Salgado:
https://www.facebook.com/SebastiaoSalgado

Eigene Webseite von Herr Salgado:
http://www.amazonasimages.com/accueil

Sebastião Salgado in der Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sebasti%C3%A3o_Salgado

 
Frans
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RE: Sebastião Salgado und seinen Naturfotos

#2 von GiselaH , 14.01.2015 20:00

Lieber Frans,

ich habe diesen Bericht mit großem Interesse gelesen und mir auch die faszinierenden Fotos von Sebastiao Salgado angesehen.
Seine Bilder sind beeindruckend. Durch die schwarz-weiß Fotografie wirken sie besonders eindringlich.

Ich werde mich auf jeden Fall etwas mehr mit diesem ganz besonderen Fotografen, seien Bildern und dem, was er damit ausdrücken will, beschäftigen.
Ich danke dir sehr, dass du mir den Anstoß dazu gegeben hast.
Der Bildband Genesi wird sehr wahrscheinlich bald in meinem Bücherzimmer stehen. Eigentlich bin ich mir da ziemlich sicher.

Übrigens finde ich bewundernswert, dass Sebastiao Salgado nicht nur auf die große Not von Mensch und Natur hinweist, sondern selbst aktiv wird.
Über 2 Mio Bäume zu pflanzen, dass ist ein unglaubliches Projekt.

Mit dem folgenden Worten spricht der Fotograf mir aus dem Herzen:
Der Planet wird nicht verschwinden, wir sind Teil eines Systems, das nicht verschwinden wird. Aber wir werden verschwinden, wenn wir nicht aufpassen. Alles, was ich sagen will, ist dies: Passt auf!

 
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