24. Dezember 2015 - Heilgabend -

#1 von Admins-Team , 26.12.2015 00:54

24. Dezember



Ich möchte Euch heute meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte erzählen,
wer denkt heute nicht auch ein bisschen an Weihnachten, wie es früher war. An das Weihnachten unserer Kindheit.

Es gibt Menschen, die behaupten unsere Familie hat ein Weihnachtsgen. Das ist sicher sehr unwissenschaftlich, aber wahr. Sicher liegt es daran, dass ich unendlich schöne Weihnachten in einer Großfamilie verbracht habe.

Wenn Ihr möchtet erzähle ich Euch davon.

Geboren wurde ich hier…


Meine Eltern arbeiteten in dem Schloss und wir Kinder hatten in der Weihnachtszeit spannende Erlebnisse unter riesigen Weihnachtsbäumen. Das Schloss war ein Erholungsheim. Ich bin also kein Schlossfräulein.

Aufgewachsen bin ich hier…
An einem der Häuser am Hang und hier habe ich dann Weihnachten ganz bewusst erlebt.


So durften wir Kinder generell einen Weihnachtsbaum erst schmücken, wenn wir schon junge Erwachsene waren. Ich fand das in Ordnung, war doch die Überraschung dann viel größer. Damit wir uns die Zeit verkürzen konnten, wurde der monströse Fernseher in das Kinderzimmer geschleppt und wir haben uns die Wartezeit mit Märchen und diversen Kindersendungen verkürzt.

Wir waren 5 Schwestern und Geschenke gab es schon, aber nicht so viel. Eher Praktisches. Ich hatte aber das große Glück, die Jüngste zu sein und als meine großen Schwestern dann schon eigenes Geld verdient haben, hat sich das auf meine Geschenkesituation durchaus positiv ausgewirkt.


Vor allem war Weihnachten als Kind immer viel Musik, Geborgenheit und Traditionen. Wie meine Mutter den Weihnachtsstress von uns fern gehalten hat, ist mir schleierhaft. Wir Kinder haben nie bemerkt, dass es sicher auch Kummer und Sorgen gab. Weihnachten war eben Weihnachten.

Dann sind wir alle ausgezogen, eine Kleinstadt wie die in der ich geboren wurde, gibt nicht viel Möglichkeiten für Ausbildung her.

Aber Weihnachten blieb halt Weihnachten. Und pünktlich am 24. Dezember rückten wir alle an. Wir wurden irgendwie immer mehr. Männer und Kinder kamen dazu und bei meiner Mutter immer noch keine Anzeichen für Stress. Mein Vater hat uns mit unseren Koffern und Kinderwagen vom Bahnhof abgeholt. Nicht mit dem Auto – mit dem Handwagen ! Selten kam der Zug pünktlich. Und an der letzten Umsteigestation haben wir uns schon aufgeregt umgeschaut, ob schon eine Schwester mit Familie irgendwo stand. Wenn es so war, war es immer eine riesige Freude. Oft musste mein Vater mehrmals zum Zug, da oft die Anschlüsse nicht klappten. Er hat sich nie beklagt und wenn ich ihn auf dem Bahnsteig habe stehen sehen, wurde mir wirklich warm und ich wusste – Weihnachten wieder daheim.

Inzwischen gab es so viele Enkel, dass immer viel los war. Wie wir da immer geschlafen haben! Meine Eltern hatten eine kleine Wohnung, aber es war gemütlich und wir waren Meister im Improvisieren.

Na und dann gab es 2 Gänse. Meine Mutter, die ja nur Töchter hatte, war immer erstaunt, was so junge Männer wegputzen können. Mein Mann und mein Schwager waren immer zum Kartoffel schälen abgestellt, für die Thüringer Klöße. Ja, ja 2 Wassereimer voll, waren zu schälen. Nur gut, dass ich immer den Dekopart abbekommen habe. Alle Aufgaben waren genau verteilt. Und immer noch kein Stress.
Dann wurden alle Geschenke in Säcke gepackt und dann kam für die Enkelzwerge der Weihnachtsmann. Die Bescherung zog sich oft ewig hin, weil immer was Unvorhergesehenes passiert ist. Oft fiel meiner Mutter ein, dass sie ein Geschenk vergessen hatte und nicht mehr wusste, wo sie es hin gepackt hatte. Jetzt STRESS.

Das waren herrliche Zeiten. Leider wurde meine Mutter dann sehr krank und alles wurde ihr zuviel.
Da fuhr dann immer eine andere Schwester mit Familie zu unseren Eltern und wir haben wieder herrliche Weihnachten verbracht. Nur eben anders.

Als meine Mama dann starb, haben wir meinen Vater immer zu der Schwester geholt, zu der er in dem entsprechenden Jahr wollte. Auch das waren herrliche Weihnachten. Nur eben anders.

Im Jahr 2002 starb dann auch mein Vater und seit dem hängen an unserem Baum jedes Jahr 3 ganz bestimmte Kugeln, die meine Kindheit begleitet haben. Nun sind wir am Heiligen Abend immer zu Dritt und wenn Silvia diese Kugeln aufhängt, sind meine Eltern und meine Kindheit mit im Zimmer ,es ist ein herrliches Weihnachten. Nur eben anders.


Große Geschenke gibt es nicht, aber viel Musik, viel Geborgenheit und Tradition.

Sicher gibt es doch ein Weihnachtsgen.

Es gibt wenige Weihnachtslieder, die mir immer wieder Gänsehaut und „Schluckbeschwerden“ verursachen, aber dieses ist genau DAS LIED

https://www.youtube.com/watch?v=Uou_sb6DT1M

Denn DAS war Weihnachten bei uns.


In Erinnerung an meine Eltern ,die uns den Geist der Weihnacht vermittelt haben.

Ich wünsche Euch Allen hier ein wunderschönes friedliches Weihnachtsfest. Möge niemand an diesen Tagen einsam und allein sein, egal wieviele Menschen oder Tiere er gehen lassen musste .Rückt zusammen, denkt an die die gingen und die, die kommen.

Ich denke, so ein kleines Weihnachtsgen haben wir doch Alle.

Liebe Grüße
Marina und Familie

 
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