Der Tigerbestand erholt sich

#1 von ConnyHH , 12.04.2016 19:03

Der Tigerbestand erholt sich
10. April 2016, 20:57 Uhr / von Dagny Lüdemann

Zitat
Die Zahl der wilden Tiger ist auf rund 3.900 gestiegen, berichtet der WWF. Von Dienstag an beraten Vertreter von 13 Ländern weitere Schutzmaßnahmen auf einem Tigergipfel.

Allein in China leben mehr Tiger in Gefangenschaft, als weltweit noch in der Wildnis vorkommen. Und auch Las Vegas gehört zu den Spitzenreitern in der Tigerhaltung. Auch wenn das eher traurig stimmt, gibt es jetzt gute Nachrichten: Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl der wilden Tiger um etwa ein Fünftel gestiegen. Weltweit leben knapp 3.900 der Raubkatzen in freier Wildbahn, wie die Umweltstiftung WWF und die Tierschutz-NGO Global Tiger Forum mitteilen. Mer als 2.200 davon leben in Indien. Ab Dienstag kommen in Neu-Delhi Vertreter von 13 Ländern bei einem Tigergipfel zusammen, um über weitere Schutzmaßnahmen zu beraten.

Wilde Tiger (Panthera tigris) gibt es auf dem asiatischen Kontinent und einigen Inseln Südostasiens (diese Karte zeigt das Verbreitungsgebiet). Vor 100 Jahren lebten dort zusammen noch um die 100.000 der Raubkatzen. Von den sechs Unterarten, die bis heute überlebt haben, sind der Südchinesische und der Sumatra-Tiger akut vom Aussterben bedroht. Alle anderen sind stark gefährdet.

Um den Bestand einzuschätzen, analysieren Zoologen regelmäßig Kotproben und Tatzenspuren oder untersuchen DNA, die sie an Beutetieren finden. Die extrem scheuen Tiger lassen sich nur schwer direkt beobachten. "In Russland führen Wissenschaftler die Zählungen im Winter durch, wenn die Raubkatzen Spuren im Schnee hinterlassen", sagte WWF-Referent Roland Gramling ZEIT ONLINE. Auf Sumatra, wo nur extrem wenige Tiger in den letzten verbliebenen Regenwäldern überlebt haben, setzen Artenschützer Videofallen ein. Abholzung und Waldbrände haben den Großteil der Wälder Sumatras zerstört. Die letzten Lebensräume dort sind stark bedroht.

Genau weiß niemand, wie viele Tiger es noch gibt

Die Daten aus dem Monitoring in den Tiger-Staaten fließen bei der Weltnaturschutzunion der Vereinten Nationen (IUCN) zusammen, die auch die Rote Liste bedrohter Arten führt. Wie exakt die jetzt veröffentlichte Zahl ist, lässt sich schwer sagen. Sie berücksichtigt nur Tiere, die bis 2014 erfasst wurden. Gezählt werden ausschließlich erwachsene Tiere. Neuere Zahlen, die bei der IUCN schon aktualisiert wurden, sind hier noch nicht eingeflossen. Die Staaten seien mit ihren Daten außerdem nicht alle auf dem neusten Stand, heißt es in einer Pressemitteilung des WWF.

"Das Monitoring ist deutlich besser geworden, trotzdem bleibt die Zahl von knapp 3.900 Exemplaren eine Schätzung", sagte Gramling. Aus Russland, Indien und Nepal habe man ziemlich genaue Daten. Dort sei der Bestand auf jeden Fall gestiegen. Hauptgrund für die positive Entwicklung sei der Schutz der Lebensräume und die Eindämmung der Wilderei. China als größter Absatzmarkt für illegale Tigerprodukte setze sich aktiv gegen den Handel ein. Der Weltverband der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spreche sich zudem offiziell gegen die Verwendung von Tigerprodukten aus.

Die Entwicklung wecke große Hoffnungen, sagte Marco Lambertini, Generaldirektor des WWF: "Sie zeigt, dass wir Arten in ihrem natürlichen Lebensraum retten können, wenn Regierungen, lokale Gemeinden und Artenschützer zusammenarbeiten."

Gezüchtete Tiger lassen sich nicht auswildern

Die Tiger haben sich in den verschiedenen Ländern von selbst in freier Wildbahn vermehrt, wodurch der Bestand gestiegen ist. "Tiger aus Zoos oder Wildparks auszuwildern, wäre extrem schwierig, da die Tiere absolut nicht an Menschen gewöhnt sein dürfen", sagte Gramling. Die Tausenden Zootiger weltweit tragen also nicht zur Arterhaltung in der Natur bei.

Zwar gäbe es Überlegungen, Zuchttiger in Reservate zu schaffen, wo ihre Nachkommen ohne Kontakt zu Menschen heranwachsen. Die dritte Generation so gezüchteter Tiere könnte man dann vielleicht in die Natur entlassen. Versucht habe das bisher aber niemand. Und sinnvoll wäre das ohnehin nur dort, wo ein unberührter Lebensraum zur Verfügung steht. Dass der zunehmend schwindet, ist das größte Problem.

In Neu-Delhi treffen sich Minister der 13 Länder, in denen noch Tiger leben oder vermutet werden. Der Gipfel markiert die Halbzeit zwischen der ersten Tiger-Konferenz 2010 und dem Jahr 2022 – bis dahin, so das Ziel des ersten Treffens, sollte sich die Zahl der wild lebenden Großkatzen möglichst verdoppeln.



Quelle vom Bericht:
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-04...bal-tiger-forum



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ConnyHH
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zuletzt bearbeitet 12.04.2016 | Top

   

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