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06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#1 von Admins-Team , 06.12.2017 08:06

6. Dezember


Nikolaustag




Knecht Ruprecht
(von Theodor Storm)

Von draußen, vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Überall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen,
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich strolch' durch des finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell´,
heb deine Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Jung sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn,
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "Oh lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat."

"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."

"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil den rechten!"

Christkindlein sprach: "So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von draußen, vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
sind's gute Kind, sind's böse Kind?




Ursprünge der Nikolausbräuche

Viele Brauchtumselemente zum Fest des heiligen Nikolaus gehen auf Legenden zurück, die sich um diese Heiligengestalt ranken. So hat beispielsweise das Beschenken der Kinder am Nikolaustag seinen Ursprung in der Erzählung, dass Bischof Nikolaus armen Mädchen, die keinen Bräutigam finden konnten, Goldklumpen in ihr Zimmer warf. Weiterhin gibt es mehrere Erzählungen vom Bischof Nikolaus, in denen berichtet wird, dass er arme Menschen beschenkt hat. Beispielsweise wird in einer Legende geschildert: Die Eltern von Nikolaus waren sehr reich, und er habe als Bischof das ganze Vermögen an Arme verschenkt.

Eine zweite Quelle für das Entstehen eines Brauchtumselements der Nikolausfeier sind die Knabenbischofsspiele des Mittelalters. Ursprünglich wurde in Klosterschulen am Fest der "Unschuldigen Kinder" (28. Dezember) ein Schüler zum Kinderbischof gewählt. Der Kinderbischof nahm an diesem Tag die Rechte des Abtes in Anspruch und durfte vor allem den Lehrern die Leviten lesen. Später wurde dieser Brauch auf den Nikolaustag gelegt und wandelte sich dahingehend, dass den Kindern ihre Schandtaten vorgehalten wurden. Somit ist heute ein zentraler Bestandteil einer Nikolausfeier das Vorlesen aus dem goldenen Buch, in dem die guten und schlechten Taten der Kinder aufgeschrieben sind.

In verschiedenen Ländern und Gegenden haben sich eine reiche Vielfalt von Spielen und Bräuchen um das Nikolausfest entwickelt. In den Pfarreien, Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen wurden zum Teil Brauchtumselemente aufgegriffen und weiterentwickelt. Hier einige Beispiele:

Aussendung des heiligen Nikolaus

In einigen Pfarreien der Schweiz (neuerdings auch in Deutschland) wird der Nikolaus feierlich zu den Familien ausgesendet. Dazu treffen sich die Familien in der Kirche, und es findet ein feierlicher Gottesdienst statt. Bei diesem Gottesdienst erhält der Nikolaus (oder auch mehrere Nikoläuse) einen Ehrenplatz vorne neben dem Altar. In einer Segenshandlung wird der Nikolaus am Ende des Gottesdienstes beauftragt, die Familien zu besuchen und den Segen aus dem Gottesdienst zu den Menschen zu tragen.

Nikolausumzüge

In einigen Dörfern und Städten sind Nikolausumzüge sehr beliebt. Dabei bewegt sich der heilige Nikolaus mit seinem Gefolge durch die Ortschaft oder durch die Stadt. Es begleiten ihn geschmückte Wägen, auf denen Legenden dargestellt sind.

Ein besonders fantasievoller Umzug findet alle fünf Jahre am Vierwaldstätter See statt. Der heilige Nikolaus schreitet mit Diakone und großem Gefolge unter Lichtbögen, die von Kindern getragen werden, durch den Ort Gersau. Dann besteigt Nikolaus ein prunkvolles Schiff, das mit vielen Lämpchen geschmückt ist und segnet von dort aus die versammelten Menschen.

Nikolauswerkstatt

In Stanz, einem Dorf in der Schweiz, werden die Familien mit ihren Kindern in eine Hütte mitten im Wald, eingeladen. Dort treffen sie den Nikolaus mit seinen Begleitern, dem Schmutzli und den Engeln, bei weihnachtlichen Vorbereitungen. An verschiedenen Tischen dürfen Eltern und Kinder zusammen Lebkuchen ausstechen, und die Kinder können auch mit dem Esel des Nikolaus reiten. Bis spät in die Nacht geht das Treiben in der Werkstatt des Nikolaus. Anschließend wandern alle mit Laternen in die Kirche zu einer vorweihnachtlichen Feier.



Ich hoffe, Ihr hattet alle einen dick gefüllten Stiefel!

 
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RE: 06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#2 von agi , 06.12.2017 08:47

schön gemacht, ein Danke

 
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RE: 06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#3 von Monika aus Berlin , 06.12.2017 17:47

DANKE


Monika


 
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RE: 06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#4 von GiselaH , 06.12.2017 18:33

Das ist ein super Nikolaus-Adventskalenderblatt .

 
GiselaH
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RE: 06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#5 von Nordlandfan38 , 06.12.2017 22:08

Vielen Dank für die Geschichte um den die Gestalt des Nikolaus! Sehr interessant! Vieles war mir neu.

N.


 
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RE: 06. Dezember 2017 ~ Nikolaus ~

#6 von Inge aus Kopenhagen , 06.12.2017 23:44

Danke - interessant zu lesen. Das feieren wir nicht hier.


 
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