An Aus


RE: Miezehumpfs Osterblatt 6

#1 von babs , 21.04.2011 18:21

5. Tag- Palmsonntag[/size]




Löns, Hermann (1866-1914)

Sonntag Palmarum

Heute ist Sonntag Palmarum,
Der Wald ist voll Sonnenschein,
Ich bat dich, du möchtest kommen,
Du sagtest, es könne nicht sein.
Mit goldenen Palmen prangen
Die Büsche am Waldesrand,
Mit ängstlichem Herzen ich wartend
Unter der Saalweide stand.

Mir blühte nicht die Weide,
Kein Vogel ein Lied mir sang,
Ich sah mit traurigen Augen
Den sonnigen Weg entlang.

Nun bist du doch gekommen,
Liebste, ich wußte es ja,
Goldgelb blühen die Weiden,
Sonntag Palmarum ist da.


Osterwoche
Palmsonntag




Palmsonntag (lateinisch dies florum, dies palmarum) wird auch der "Blumensonntag", "Blumostertag", "Blumostern", "dies florum et ramorum" genannt.
Im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo Palmzweige auf dem Weg dorthin lagen, werden heute noch in den Kirchen "Palmzweige" geweiht.
Viele Märtyrerinnen tragen übrigens als Attribut einen Palmzweig, der auf ihr Martyrium hinweist. Er steht symbolisch für die Prophezeiung der christlichen Auferstehung und den Sieg über den Tod. Die Palme, die immer aufrecht und gerade wächst und immergrün ist, ist seit langer Zeit ein Gottes- und Lebensbaum.
Da in Deutschland ja keine echten Palmen zur Verfügung stehen und der Palmsonntag am Beginn des Frühjahres liegt, hat sich der Brauch eingebürgert, die Zweige der ersten frühlingshaften Regung der Natur als Palmenersatz zu verwenden. So verwendet man stattdessen Buchsbaum, Wacholder, Hasel- u. Salweide ("Palmkätzchen"), Thuja, Tannengrün, Stechpalme (auch Palmdistel genannt) oder Seidelbast (Daphne). Es sind alles Pflanzen, die nach altem Glauben schon seit der Antike vor allem Bösen und Schädlichen bewahren sollen; deshalb werden sie nach dem Gottesdienst wieder mit nach Hause genommen, damit sie dort das Unglück vom Haus fernhalten.

In manchen Gegenden verwendet man als "richtigen" Palmbusch immer dreierlei vom Gleichen: drei Buchszweige, drei blühende Palmkätzchen, drei Stechpalmenzweige, drei lange, blühende Haselruten, drei Zweige Immergrün, drei Wacholderzweige, drei Eichenzweige mit dem roten Laub vom Vorjahr.

Die einfachsten "Palmstecken", "Palmwischen", "Palmwedel" bestehen aus einem Stab, an dessen Spitze ein Zweig der traditionellen Pflanzen, vielleicht geschmückt mit einem bunten, ausgeblasenem Ei, bunten Papierbändern oder auch ein rotbackiger Apfel gebunden werden.

Der alte Brauch des Reisigschneidens, das für das Osterfeuer verwendet wird, ist auch heute vielerorts wieder lebendig. Früher jedoch wurde das Reisig auch noch zum Zweck des Besenbindens geschnitten.

In Finnland schlägt man Freunde und Bekannte am Palmsonntag leicht mit der Birkenrute. Das soll Glück bringen.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die mit dem Karsamstag endet. Die Karwoche umfasst die "stillen Tage" Montag bis Mittwoch und die eigentlichen "Kartage" Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag (Ostersamstag).
"Kar" leitet sich vom mittelalterlichen Wort Wehklage, Sorge ab, das sich noch in dem englischen "care" findet. Die Vorsilbe "Kar" für den Montag, den Dienstag und Mittwoch hat sich nicht durchgesetzt.

weltliche Osterbräuche

Der Osterhase


[mittig]Es ist das Osterfest alljährlich für den Hasen recht beschwerlich (Wilhelm Busch)[/mittig]


Da sich Hasen im Frühjahr stark vermehren, passten sie gut zu den Eiern, deren Zahl zu dieser Zeit so auffällig stieg. So war bald ausgemacht, dass Hasen Eier legen, und zwar nicht vor die Haustür, sondern mitten in die Natur. Fortan versteckte man die Ostereier unter Büschen und Bäumen und ließ die Kinder danach suchen. Und so geht man noch heute auf Ostereiersuche. Eine andere Version besagt, dass die Verbindung vom Ei mit dem Hasen durch das Osterbrot gekommen ist. Dem Brot, in das ein Ei eingebacken wurde, wurde zusätzlich ein Hasenbild aufgeprägt. So entstand die Vorstellung vom eierlegenden Hasen
Verspeist wurden dann nicht nur die gefundenen Eier, sondern auch ihre vermeintlichen Überbringer. Frauen erhofften sich vom Hasenbraten Schönheit und Mutterfreuden, Männer größere Zeugungskraft.
Wie das Ei, so gilt auch der Hase gilt als Symbol der Fruchtbarkeit.
Übrigens ist es nicht immer der Hase, der die Eier (angeblich) bringt: früher galten auch der Kuckuck (Schweiz), der Fuchs (Westfalen/Hessen) oder der Hahn (Thüringen) als Ostereierlieferant.




Beschwipste Ostern

Österliches Eierlikör Dessert

Für 2 Personen:

20 g Zucker, 30 ml Wasser
2 Eigelb, 2 Eßl. Eierlikör
125 ml Schlagsahne
25 ml Milch
5 g Zucker, 1 Eigelb
1 Vanilleschote


Den Zucker mit dem Wasser und dem Eigelb in einem Topf in heißem Wasserbad solange schlagen, bis sie cremig ist. Den Eierlikör unterrühren. Die Masse in Eiswasser kaltschlagen. Die süße Sahne mäßig steif schlagen und unterheben. Das Dessert im Gefrierfach kaltstellen. Die Vanillestange längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Das Vanillepulver mit der Milch, etwas Zucker und dem Eigelb im heißen Wasserbad schaumig schlagen, dann abkühlen lassen. Etwas Espresso - oder Kakaopulver unterrühren und vorsichtig auf das Parfait gießen.




Und zum Schluss...
[size=150]Bauernregeln zum Palmsonntag

Ist der Palmsonntag ein heiterer Tag, für den Sommer ein gutes Zeichen sein mag.
Wenn's den Buben auf die Palmbesen schneit, so regnet's an Ostern der Jungfrau auf die Kränze.
Kommen am Palmtage die Palmen trocken nach Haus, so kommen die Garben trocken in die Scheuer.


Macht was Schönes aus diesem Tag.


LG Frauchen Miezehumpf

 
babs
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