RE: Miezehumpfs Osterblatt 10

#1 von babs , 21.04.2011 18:32

9. Tag[/size]



Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen -
Willkommen auf der Flur!

Ei! Ei! Da bist ja wieder!
Und bist so lieb und schön!
Und freun wir uns so herzlich,
entgegen dir zu gehn.

Denkst auch noch an mein Mädchen?
Ei, Lieber, denke doch!
Dort liebte mich das Mädchen,
und ´s Mädchen liebt mich noch!

Für`s Mädchen manches Blümchen
erbettelt ich von dir -
Ich komm und bettle wieder,
Und Du? - Du gibst es mir?

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen -
Willkommen auf der Flur!

Friedrich von Schiller, 1759-1805


Gründonnerstag in Deutschland


Seit etwa 1500 Jahren feiern die Christen den Gründonnerstag, den fünften Tag der Karwoche, zur Erinnerung an die Einsetzung der heiligen Eucharistie.

Der Gründonnerstag erinnert an den Tag des Abendmahls vor dem Todestag Jesu. Dieses Abendmahl am Vorabend des Karfreitag nahm Jesus mit seinen engsten Vertrauten, den zwölf Jüngern ein.

Das Abendmahl bedeutet Abschied von Jesus nehmen, gleichzeitig aber auch ein Anfang für den christlichen Glauben. Denn in Form von Brot und Wein wurde Jesus selbst angenommen und um Vergebung der Schuld gebeten.

Gleichzeitig wird schon auf die Auferstehung und das Weiterleben Jesu hingedeutet. Trotz des Verrates durch Judas und das Leugnen der Jünger, nimmt Jesus die Schuld allein auf sich und gibt Hoffnung für ein neues besseres Leben nach seinem Tod.

Jesus forderte seine Jünger auf, fortan gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Wohl deshalb ist der Ursprung aller Abendmahlsfeiern der Gründonnerstag.

Mit der Fußwaschung durch den Priester an 12 Männern wird in einigen Gemeinden daran erinnert, daß Jesus den 12 Aposteln die Füße wusch.

Nach dem Gloria-Gesang verstummen in den Gottesdiensten die Orgeln und auch die Glocken werden bis zum Osterfest nicht geläutet.

Bei Beendigung des Gottesdienstes trägt der Priester den Hostienkelch in einer Prozession in einigen Gemeinden zu einem Seitenaltar oder in eine Kapelle.

Nach der Meßfeier werden Blumenschmuck und Kerzen beiseite geschafft. Dies symbolisiert die Trauer über den Tod Jesu. Wegen des nahen Todes Jesu ist der Gründonnerstag ein Tag der Trauer.

Die Gläubigen werden in vielen Gemeinden von den Messdienern mit Holzklappern und Ratschen zum Gottesdienst gerufen.

In besonders gestalteten Betstunden oder im stillen Gebet gedenken die Gläubigen des Geschehens am Ölberg.

Für die Herkunft des Begriffes Gründonnerstag gibt es heute verschiedene Erlärungsmöglichkeiten. Es ist möglich, daß durch die an diesem Tag üblichen grünen Meßgewänder, denn die kirchliche Farbe diese Tages ist grün, dieser Name entstanden ist.Andererseits wurden im Mittelalter die Sünder in der Fastenzeit von dem Gottesdienst ausgeschlossen und mussten Buße tun. Erst am Donnerstag vor Ostern durften sie wieder in die Kirche eintreten und als Zeichen auf die Vergebung ihrer Sünden schmückten sie sich mit jungem Grün.

Grün könnte aber auch auf den althochdeutschen Begriff "grünen" (greinen, weinen) zurückgehen.
Ob sich das Klagen dabei auf die Fastenzeit mit dem Leiden, auf die darauf folgende Nacht, die Jesus in Todesangst verbrachte oder das Weinen auf die bevorstehende Kreuzigung Jesu bezieht ist nicht geklärt.

Auch das Erwachen der Natur in dieser Jahreszeit, das Grünwerden der Pflanzen verbindet uns mit dem Gründonnerstag und dem Osterfest. Darüber hinaus gibt es die Verbindungen zum Osterhasen, Osterlamm, Osterfeuer, Osterblumen, usw., die alle mit dem Erwachen und der Hoffnung im Zusammenhang stehen.

Unabhängig vom christlichen Glauben wird die Farbe Grün als Zeichen / Farbe der Hoffnung verstanden. Vom grün abgeleitet ist es heute in vielen christlichen Familien an Gründonnerstag üblich, grünes Gemüse zu essen, z.B. Spinat oder Brunnenkresse.



Weltliche Osterbräuche


Osterbrunnen

Osterbrunnen sind Anziehungspunkt und Attraktion in der Fränkischen Schweiz!

Zum österlichen Brauchtum in der Fränkischen Schweiz gehört das Schmücken von Brunnen, das in manchen Ortschaften bereits zur Touristenattraktion geworden ist

Das Ausgangsgebiet des Brauches läßt sich etwa auf die zentrale Fränkische Schweiz eingrenzen, doch ist eine genaue Herkunftsbestimmung nicht möglich.

Der Hauptgrund für das Schmücken von Brunnen und Quellen ist vor allem in der Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Alb zu sehen.

Vor der Einrichtung der heute so selbstverständlichen zentralen Wasserversorgung wurden Brunnen und Zisternen angelegt, um der Wasserarmut entgegenzutreten, da es aufgrund der geologischen Bedingungen des Fränkischen Juras kaum natürliche Sammelstellen für das Wasser gab. Aus diesen Quellen schöpften dann in der Regel die Frauen das Trinkwasser und schleppten es mühevoll in ihre Siedlungen. Ganz selbstverstandlich hielt man diese Quelle sauber und pflegte sie. Mancherorts errichteten die Bewohner ein sogennantes Brunnenhaus über der Quelle.
Wie bereits erwähnt ist eine zeitlich genaue Fixierung dieses Brauches nicht möglich. Mündliche Überlieferungen belegen uns den Brauch etwa bis Anfang des 20. Jahrhunderts - so begann man beispielsweise in Aufseß um l909 und in Engelhardsberg um 1914 mit dem Schmücken der Brunnen


Osterbrunnen in Crailsheim

(Fotos mit freundlicher Erlaubnis von Hannelore & Heinz Piechotka) mehr...

Der Brauch des Osterbrunnenschmückens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem sog. "Fegen". Übten dieses Amt nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die schmückenden Frauen oder deren Ehemänner. Danach wird der Brunnen geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom "Brunnenputzen".

Als Schmuck dienen ausgeblasene Eier, die einfarbig bemalt oder verziert sind. In manchen Orten ersetzten die verantwortlichen Personen die echten Eier mit Plastikeiern, da die ausgeblasenen Eier entweder durch die Witterung oder auch mutwillig zerstört werden.

Weiter gehören zum Schmuck einzelne oder zu Büscheln gebundene Papierbänder, sog. "Pensala". Girlanden und Fichtenzweige werden um Brunnentröge gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten, an welchen die Eier befestigt werden. In manchen Ortschaften ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Brunnen.

Alljährlich werden in heute über 200 Orten der Fränkischen Schweiz Osterbrunnen geschmückt. Die kunstvoll gestalteten Gebilde, zumeist mit Hunderten (wieder) handbemalten echten Eiern geziert, locken alljährlich Tausende von Besuchern an

Schweiz:


Bischofszeller Osterbrunnen
Auch in der Schweiz, im Bezirk Thurgau, wird dieser Brauch gepflegt. Das Schmücken der Osterbrunnen läutet in weiten Bereichen der Stadt und Landschaft Bischofszell, wie seit uralter Zeit, den Beginn der farbenfrohen und warem Jahreszeit ein. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Brauch in Bischofszell zur wahren Volkskunst entwickelt. Mit dieser in der Ostschweiz wohl einzigartigen Idee schafft der Verkehrsverein einen zusätzlichen touristischen Anziehungspunkt.

In gemeinschaftlicher Erarbeitung mit Firmen, Blumengärtnern, Vereinen und Privaten zieht ein bunter Frühlingsstrauss in die barocke Kleinstadt ein. In der Stadt und Landschaft Bischofszell werden 16 geschmückte Brunnen zu sehen sein. Rar geworden sind auch die Bräuche, die sich mit dem Schmücken der brunnen verbanden, und so werden heute nur noch selten christliche Choräle oder andere Lieder beim Zug von Brunnen zu Brunnen gesungen.

Erzgebirge
Hartenstein/Sachsen - Auch im Erzgebirge, gibt es den ersten geschmückten Osterbrunnen. Eine Familie aus Hartenstein war von den fränkischen Osterbrunnen so angetan, dass sie sich selber einen Brunnen schmückte.(siehe rechtes Foto)
Die Ideen haben Sie sich in jahrelangem Osterbrunnentourismus in der Fränkischen Schweiz geholt.

(Foto eingesandt von Claudia Weigel)


Osterkronen in Faßberg/Lüneburger Heide
Seit rund 13 Jahren schmücken wir den Brunnen unserer Heidegemeinde Faßberg (am Südrand der Lüneburger Heide im Landkreis Celle) mit einer Krone. Die Idee dazu habe ich aus Franken mitgebracht und freue mich, dass mittlerweile eine Tradition bei uns daraus geworden ist. Es beteiligen sich immer bis zu 30 Frauen am Schmücken, während den Männern mehr die schwere Arbeit des Transports und Aufstellens der Krone übertragen wurde.
Seit ein paar Jahren ist ein "Osterei" im Ortsteil Faßberg hinzugetreten sowie eine Krone im Ortsteil Müden (einem 1000-jährigem Heidedorf, das Hermann Löns lobend erwähnte!).




[size=150]Rezept


Salat mit Gänseblümchen und Löwenzahn


Zutaten:
Blattsalate: Frisee, Feldsalat (je 1 handvoll) 15-20 Gänseblumenblüten (nat. selbst gesammelt) 10 Blätter Löwenzahn 150 gr Speck
Für das Dressing:
50 ml Geflügelbrühe 5 EL Obstessig 50 ml Sonnenblumenöl 30 ml Traubenkernöl 1 TL Zucker 1/2 TL Senf, Salz, Pfeffer 1 TL geriebener Parmesan

Zubereitung:
Salate putzen, waschen und auf einem flachen Teller anordnen

150 gr Speck in kleine Würfel schneiden und ganz kross anbraten. Beiseite stellen

Siebe die Hälfte des Mehls in eine Schüssel. Vermische die Hefe mit 1 tl Zucker und verrühre sie mit der lauwarmen Milch. Mische das Ganze gut mit dem Mehl. Jetzt wird die Schüssel abgedeckt und 20 Minuten an einen warmen Platz gestellt.

Aus den Dressing-Zutaten eine Vinnaigrette rühren. Diese über die Salate geben. Obenauf die Gänseblümchen und die Speckwürfel streuen.




Einen schönen Tag wünsche ich Euch allen.
LG Frauchen Miezehumpf

 
babs
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Registriert am: 31.07.2009


   

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