Sprache der Tiere - Tierische Lautsprache

#1 von Nordlandfan38 , 23.08.2017 23:54

Ich habe mal einen Vortrag gehört, in dem berichtet und mit Tonband gezeigt wurde, daß Tiere auch Dialekte sprechen - es ging damals in 1. Linie um Vögel mit dem Hinweis, daß es so was auch bei anderen Tieren gibt. Darum habe ich mal gegoogelt...

Ist leider wieder sehr lang, aber gut und interessant!

Sprache der Tiere

Tierische Lautsprache
16.02.2017 / 12.00 Uhr

Zitat
Elefanten trompeten, Vögel singen, Schweine grunzen. Dass Tiere Laute von sich geben, ist unumstritten. Ob diese Art der Kommunikation jedoch eine wirkliche Sprache ist, darüber streiten sich die Wissenschaftler. Im Gegensatz zu zahlreichen Biologen sagen viele Linguisten, die tierische Ausdrucksweise sei nicht mit der menschlichen Sprache vergleichbar. Folglich könne man ihre Lautäußerungen auch nicht als Sprache bezeichnen. Definition hin, Definition her, sicher ist: Eine derart ausgefeilte Lautsprache wie beim Menschen haben die Forscher bisher bei keiner anderen Art gefunden. Das heißt jedoch keineswegs, dass sich Tiere mithilfe von Tönen nichts mitteilen würden.

Verständigung in der Gruppe

Tiere nutzen Laute vor allem dazu, um ihre aktuelle Stimmung kundzutun. Je sozialer sie leben, desto häufiger und vielfältiger äußern sie sich. Die Idee ist, sich in der Gruppe zu einzufügen und zusammenzuarbeiten. Daher senden verschiedene Arten Töne aus, um ihre Genossen auf Abstand zu halten, anzulocken, zu begrüßen, zu besänftigen oder zu warnen.

Grundsätzlich nutzen Tiere Laute daher in ähnlichen Situationen wie der Mensch. Und so wie der Mensch je nach Gegenüber und Herkunft "Hallo", "Guten Tag" oder "Grüß Gott" verwendet, haben auch die Tiere verschiedene Varianten von Lauten entwickelt, um die jeweilige Botschaft zu konkretisieren.

Laute als Warnung

Ein Beispiel dafür, wie vielschichtig Warnlaute sein können, sind die Rufe der in Gruppen lebenden Grünen Meerkatzen. Wird ein Tier auf einen Fressfeind aufmerksam, schlägt es grundsätzlich Alarm. Je nachdem, was für ein Eindringling sich nähert, variieren die Töne:

Ist es ein Leopard, also ein größtenteils am Boden lebender Fressfeind, stößt die Meerkatze ein Gurgeln aus. Sämtliche Mitglieder der Affenhorde flüchten in die Baumwipfel.

Bei einem Angriff aus der Luft wäre ein solches Verhalten gefährlich. Sieht ein Tier einen Adler, gibt es ein schrilles Zwitschern von sich. Die Gruppe verschwindet in nahegelegenen Büschen. Ähnlich differenzierte Warnlaute kennt man von Amseln. Sie trällern in unterschiedlichen Tönen und Rhythmen – je nachdem, ob Gefahr von unten oder von oben droht.

Auch Fische können sprechen

Auch im Wasser funktioniert die Kommunikation mithilfe von Lautäußerungen. Für den einen oder anderen mag es überraschend sein, aber auch Fische nutzen Töne, um sich zu verständigen. Sie stoßen Laute aus, um Geschlechtspartner bei der Paarung zu finden, um ihr Revier zu verteidigen oder zur Orientierung.

Das Sprichwort "stumm wie ein Fisch", mit dem wortkarge Menschen gern beschrieben werden, hat demnach mit der Realität kaum etwas zu tun. Allerdings: Die meisten Lautäußerungen der Fische sind so leise, dass sie für den Menschen nicht hörbar sind.

Kommunikation mittels Infraschall

Für den Menschen nicht hörbar ist die "Geheimsprache" der Elefanten. Diese unterhalten sich keineswegs nur über Trompetenlaute, die sie überwiegend zur Begrüßung einsetzen.

Elefanten nutzen zudem sogenannte Infraschall-Laute. Das sind Töne mit einer Frequenz von etwa 20 Hertz. Bei Elefanten können sie die Lautstärke eines Gewitterdonners erreichen.

Mithilfe dieser Töne können sich die Tiere über mehrere Kilometer verständigen, da sich Infraschall hervorragend über große Entfernungen ausbreitet. So finden zum Beispiel Elefantenmännchen und -weibchen in der Paarungszeit mithilfe von Infraschall-Lauten zusammen. Für Menschen ist Infraschall zu tief, um ihn zu hören. Wir spüren ihn höchstens als eine Art Vibration.

Die Gesänge der Wale

Elefanten sind nicht die einzigen Tiere, die Infraschall hören und erzeugen können. Auch Nilpferde benutzten ihn zur Kommunikation - an Land wie im Wasser. Hier breitet sich der Schall um etwa das Vierfache schneller aus als in der Luft.

Auch die Meister des Infraschalls leben unter Wasser: Wale. Sie nutzen ihn vor allem zur Revierabgrenzung, um den Gruppenzusammenhang zu stärken und während der Paarungszeit. Wissenschaftler sind sich jedoch nicht einig darüber, ob die Töne Rivalen in Schach halten oder Weibchen imponieren sollen.

Sicher ist: Wallaute sind sehr laut. Die gewaltige Stimme eines Blauwals – mit mehr als 30 Metern Länge das größte Tier der Erde – besitzt eine Schallenergie, die der eines startenden Space-Shuttles nahekommt.

Walforscher gehen davon aus, dass sich die Giganten der Meere mithilfe von Infraschall über mehrere hundert, wenn nicht sogar tausend Kilometer verständigen können.

Auch Tiere müssen sprechen lernen

Die meisten Tiere können von Geburt an nicht sprechen. Der Großteil kommt mit einer Art Grundausstattung an Lautäußerungen zur Welt, die genetisch weitergegeben wird.

Die meisten Tiere müssen aber noch lernen, diese richtig einzusetzen. So kommt es, dass erwachsene Meerkatzen nicht darauf reagieren, wenn Kleinkinder im Spiel Warnrufe aussenden. Ganz nach dem Motto: "Die Kleinen wissen es halt noch nicht besser."

Erst mit der Zeit lernen die Tiere spezielle Laute bestimmten Situationen zuzuordnen. Auch im Gehirn ist dieser Lerneffekt bei Tieren offenbar nachzuweisen. Bei Zebrafinken hat sich gezeigt, dass bei einem rufenden Küken andere Hirnregionen aktiviert werden als bei Erwachsenen.

Dialekte verfeinern die individuellen Laute

Neben der richtigen Anwendung lernen Jungtiere im Laufe der Entwicklung ihren Lauten eine individuelle Färbung zu geben. Bestimmte Singvogelarten singen regional unterschiedlich.

Auch Pottwale, Delfine und Bienen sollen verschiedene Dialekte "sprechen". Die richtige, individuell gefärbte Kommunikation mithilfe von Lautäußerungen müssen auch Tiere erst trainieren.

Autorin: Lena Ganschow



Quelle vom Bericht:
http://www.planet-wissen.de/natur/tierwe...sprache100.html

N.


 
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RE: Sprache der Tiere - Tierische Lautsprache

#2 von GiselaH , 27.08.2017 20:14

Das lese ich morgen.

 
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RE: Sprache der Tiere - Tierische Lautsprache

#3 von Nordlandfan38 , 27.08.2017 23:34

Noch was zur Ergänzung, was Dialekte bei Tieren anbelangt und sogar auch Fremdsprachen! Sehr interessant, einschließlich eines Tonbandes zum Abhören!

Das Tiergespräch

"Du krächzt anders als wie ich"

Zitat
Sächsisch, hessisch, kölsch - in Deutschland werden jede Menge Dialekte gesprochen. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere.

Dialekte kommen bei Tieren vor allem bei Vögeln vor, aber auch bei Walen, Delfinen, Elefanten, Affen und sogar bei Kühen. Diese Tierarten verfügen über eine komplexe Sprache und leben in räumlich unterschiedlichen Gruppen. "Dialekte sprechen" bedeutet im Tierreich, dass zum Beispiel unterschiedliche Melodien oder unterschiedliche Tonarten gesungen werden. Manchmal ist ein Dialekt auch stimmlich deutlich höher als der andere, oder es wird schneller oder sogar lauter gesungen.

"Amseln in Frankfurt haben ein völlig anderes Liedgut als Amseln in München."
Mario Ludwig, Tierexperte

Unter Umständen sind die Dialekte so unterschiedlich, dass sich die Tiere aus verschiedenen Regionen nicht verstehen können. Amerikanische Wissenschaftler haben zum Beispiel ein Experiment mit Elefanten aus Kenia und Namibia gemacht. Sie nahmen Infraschallwarnrufe von Elefanten auf, mit denen sich die Tiere gegenseitig vor Löwen warnen. Diese Warnrufe spielten sie namibischen Elefanten vor, die gerade an einem Wasserloch tranken.

Die Tiere reagierten auf die Warnrufe aus Namibia und Kenia unterschiedlich: Die Warnlaute der namibischen Elefanten versetzten sie in Aufregung, und sie flüchteten schnell von dem Wasserloch. Die Warnlaute aus Kenia dagegen ließen sie völlig kalt - offenbar konnten sie mit dem Dialekt nichts anfangen.

Manche Tierarten verstehen auch fremde Dialekte

Orcas dagegen können mit fremden Dialekten offensichtlich spielend umgehen. Orcas kommunizieren mit Pfeif- und Grunzlauten, die in unterschiedlichen Gebieten verschieden strukturiert sind. Die Dialekte sind so ausgeprägt, dass Experten sogar verschiedene Orca-Gruppen anhand ihrer "Sprachfärbung" unterscheiden können.

In einem Aquarium in Vancouver hat ein männlicher Schwertwal aber bewiesen, dass Orcas auch fremde Dialekte lernen können: Er ging eine Beziehung mit einem Weibchen ein und übernahm ihren Dialekt. Als das Weibchen starb, verfiel er wieder in seine ursprüngliche Sprachvariante. Später wurden zwei neue Schwertwale in sein Becken gesetzt - auch dieses Mal passte sich der männliche Schwertwal an und lernte den Dialekt seiner neuen Kumpane.



Quelle vom Bericht:
https://www.deutschlandfunknova.de/beitr...hen-mit-dialekt

N.


 
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