RE: Winter in Berlin : Wenn Pelikane kalte Füße bekommen

#1 von Gelöschtes Mitglied , 12.01.2010 08:52

Artikel
http://www.morgenpost.de/printarchiv/be ... ommen.html

Diese Pferde lieben den Schnee

der link verschwindet immer,das heißt der wird auf einmal kostenpflichtig
hier die kopie

Dienstag, 12. Januar 2010 02:17 - Von Tanja Laninger

Die Wege sind leer. Und viele Gehege auch. Ein Morgenspaziergang in Zoo oder Tierpark ist ein einsames Unterfangen dieser Tage. Vereinzelt laufen Touristen die Gehege entlang. Wer ihnen zuhört, meint, am Zoo-Eingang zumindest hänge ein Schild mit der Aufschrift: "Für Italiener heute kostenloser Eintritt". Denn es ist kaum eine andere Sprache zu hören.
Berliner bleiben bei dem Wetter wohl lieber zu Hause. Sie haben nicht ganz unrecht. Denn viele Zoo-Tiere stehen ebenfalls im Stall. Sehen kann man sie trotzdem. Paradebeispiel sind die Giraffen.

"Sobald es glatt wird, lassen wir sie nicht raus", sagt Zoo-Kurator Kühne. Im Zoo sind die aus Afrika stammenden Langbeiner nur im Antilopenhaus zu sehen. "Im Tierpark können sie noch ins mit Sand bestreute Vorgehege gehen", sagt Kurator Christian Kern.
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Glatteis bremst Giraffen aus

Der Grund liegt auf dem Boden: Glatteis. Rutscht eine Giraffe aus und bricht sich das Bein, bedeutet das in der Regel ihren Tod. "Das können wir nicht gipsen", sagt Kern.

Im Zoo liegen momentan die Löwen und Hinterindischen Tiger nur in ihren Innengehegen herum; Flamingos und die Pelikane bleiben ebenfalls komplett in den Häusern. Besucher können sie aber durch Schaufenster beobachten.

Eine Pelikanart jedoch hat sich im Zoo akklimatisiert, sagt Ragnar Kühne. "Die Krauskopfpelikane überwintern seit einigen Jahren problemlos im Freien. Wichtig ist, dass das Wasser im See immer ein bisschen aufbleibt. Und man muss sie füttern."

Für etliche Tiere bedeuten die Minusgrade verkürzte Freigänge. So sind im Tierpark die tropischen Hirsche und Rinder wie die Wald- und Kaffernbüffel in der Regel von 11 bis 14 Uhr draußen zu sehen. Auch die tropischen Affen und Großkatzen sind nur stundenweise im Freien. "Außerdem", sagt Kern, "müssen sie immer dann sofort rein, wenn die Pfleger merken, dass sie nur noch stehen oder sitzen." Denn den tropischen Tieren können Ohren und Schwänze erfrieren.

"Den Affen müssen wir die Entscheidung abnehmen und die Schieber schließen", sagt Kühne, denn sie würden sonst aus Neugier oder Gewohnheit ins Freie gehen und vor lauter Kälte bibbernd draußen sitzen bleiben. Nur die Mantelpaviane haben die Wahl, ihren Tag drinnen oder auf dem Freifelsen zu verbringen. Allerdings, sagt ein Tierpfleger im Affenhaus, setzen auch sie sich ungern mit dem nackten Po in den Schnee.

Die Okapis und Spitzmaulnashörner im Zoo werden bei eisigem Wind überhaupt nicht mehr auf die Freianlagen gelassen.

"Die Spitzmaulnashörner sind sehr sensibel", sagt Kühne, "die wollen wir zwar schon mal lüften. Aber sie gehen nicht so gerne raus, und wenn es kalt ist, kommen sie sofort wieder rein." Im Zoo dürfen die Elefanten zwei Mal pro Tag raus: eine Stunde vormittags und eine nachmittags. "Wenn Wind dazukommt, verkürzen wir das auf eine halbe Stunde", sagt Kühne. Umgekehrt könnten die Tiere in Windstille plus Sonnenschein sogar zwei Stunden im Freien bleiben. "Ihr Vorteil heißt Masse", erklärt der Zoo-Kurator, "der Körperkern eines Elefanten kühlt sich nicht so schnell ab; ein kleines Tier würde eher erfrieren."

Wer sich im Zoo bis auf das Erweiterungsgelände am Tiergarten begibt, wird belohnt: Die roten Riesenkängurus dürfen stundenweise ins Freie und hüpfen durch den Schnee, als gebe es im Outback nichts anderes. Herdenchef Sydney schabt gelegentlich mit seinem langen Unterschenkel Schnee beiseite, auf der Suche nach Gras. Die australischen Parma-Kängurus sind sogar richtig "winterhart", wie Reviertierpfleger Christian Möller sagt, sie dürfen immer raus - genauso wie ihre Gehege-Mitbewohner, die Emus, und ihre Nachbarn, die Japanischen Seraus. Seraus sind Waldziegenantilopen, sie leben in Japan auf Inseln bei Temperaturen um minus 25 Grad. Da fühlt sich Berlin mit ein paar Minusgraden fast schon an wie ein Frühlingsausflug. "Ihre Ställe sind tags wie nachts offen und unbeheizt", sagt Möller. "Wir stellen ihnen morgens frisches Wasser hin und nehmen es abends weg, weil es sonst zufriert."
Fell isoliert, Schnee taut darauf nicht

Während die Besucher längst von einem Bein auf das andere hüpfen, damit die Füße warm bleiben, traben die fünf Przewalski-Pferde - deren Vorfahren in der Mongolei lebten, ausgelassen wiehernd durch den Schnee. Wisente und Bisons schnauben entspannt vor sich hin. "Sie sind so gut isoliert, da bleibt der Schnee auf dem Fell liegen und taut nicht", sagt Kühne. Polartiere wie Rentiere und Wölfe, nicht zu vergessen Supereisbär Knut und seien Freundin Gianna, Gebirgsstiere wie Alpakas und Guanakos blühen in Schnee und Kälte so richtig auf. Auch die Persischen, Amur- und Schnee-Leoparden genießen den Frost. "Elche, Eisbären, Vielfraße und Moschusochsen - für sie ist das jetzt das perfekte Wetter", sagt Kern, "und die Sibirischen Tiger spielen sogar Fangen im Schnee." Das könnten die Besucher nachmachen. Richtig ausgebuffte aber verschlägt es direkt in eines der zahlreichen Tierhäuser. Die sind immer beheizt! Dort ist es auch voll. Vor und hinter den Gittern.


RE: Winter in Berlin : Wenn Pelikane kalte Füße bekommen

#2 von GiselaH , 12.01.2010 19:31

vielleicht lockt der schöne Artikel den einen oder anderen Berliner doch in den Zoo :-P .
Ich finde es schade, dass so viele Menschen sich bei Kälte und Schnee nach drinnen verkriechen. Im Zoo ist es wirklich auch im Winter schön.

GiselaH :winkewinke:

 
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