RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#1 von AdsBot [Google] ( gelöscht ) , 21.01.2010 20:36

ich bin da ein wenig zweigeteilt.... :think:

es gibt hier 2 bekannte Beispiele, die süsse Koala Dame Sam dem Buschfeuer entkam und von
einem Feuerwehrmann gerettet wurde, dann aber leider dennoch später starb wurde als
"Erinnerung" ausgestopft...

Hier die Bilder....

http://www.stern.de/wissen/natur/berueh ... 54559.html

und bei Gana, der verstorbenen Gorilla Dame zieht man dies in Erwägung....

http://www.bild.de/BILD/regional/ruhrge ... oenig.html


Was haltet ihr davon ?

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RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#2 von Gelöschtes Mitglied , 22.01.2010 00:50

hallo ursi
ich bin da nicht zweigeteilt,vom ausstopfen halte ich nichts.
gana und sam sind tot,sie "leben" nicht in museen weiter.
wenn man ihnen eine kleine ehrung erweisen möchte
tut es auch eine erinnerungstafel etc.früher wurden tiere ausgestopft als anschauungsmaterial,heute kann
man die tiere aber so orginalgetreu nachbauen,sie sind von echten nicht zu unterscheiden.
ich hab die alle lieber lebend in erinnerung als so starr und unbeweglich.
da seh ich leider nur den zweck , das es die besucherzahlen der museen steigern soll,echte ausgestopfte tiere zu präsentieren.der "G.von Hagen "wollte gana ja auch schon ,für seine "kunstsammlung" :shock:

:winkewinke: martina


RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#3 von Gitta ( gelöscht ) , 22.01.2010 10:01

Ich glaube, dass ich im Ausstopfen von Tieren auch keine posthume Ehrerweisung sehe.

Wenn ich mir aber vorstelle, dieser G. von Hagens würde sich Gana als "Kunstobjekt" vornehmen, dann dreht sich mir der Magen um.
Obwohl ich Biologin bin und während meines Studiums leider auch Tiere sezieren musste, finde ich diese Art der Zurschaustellung geschmacklos, entwürdigend und widerwärtig. Ich würde für kein Geld dieser Welt diese Ausstellung besuchen.
Das ist für mich Voyeurismus mit Ekelfaktor.

Zu dem Namen Hagen fällt mir ausser der Stadt immer nur das Wortspiel aus meiner Kinderzeit ein:

Herr von Hagen
darf man fragen
wieviel Kragen
sie getragen
als sie lagen
krank am Magen
in der Hauptstadt Kopenhagen.

Das passt zwar hier überhaupt nicht hin :kaputtlach:
aber was soll's, das lenkt von diesem Heini ab?

Gitta :winkewinke:

Gitta

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#4 von Ulli J , 22.01.2010 10:13

Ich denke nicht, dass es beim Ausstopfen von Tieren darum geht ihnen eine Art Denkmal zu setzen oder sie zu "ehren". Es geht mehr darum, in Naturkundemuseen und naturkundlichen Ausstellungen in Zoos anschaulich die Tiere vorzustellen. Damit Besucher, die sich Details anschauen wollen, dies in Ruhe tun können.

Ich sehe auch lieber lebendigen Tieren zu, aber eine genaue Betrachtung der Anatomie ist oft an einem präparierten, ausgestopftem toten Tier eher möglich. Und nicht alle Tiere, die man ausgestopft im Museum sehen kann, findet man auch lebendig in Zoos. Das Museum in König in Bonn, ist ein sehr gutes Museum, mit interessanten Wechselausstellungen, das ich schon ein paarmal besucht habe. In der Dauerausstellung "Unser blauer Planet - Leben im Netzwerk" werden verschiedene Lebensräume: Savanne, Regenwald, Arktis, Antarktis und Mitteleuropa dargestellt.

http://www.zfmk.de/index.de.html

Ich finde, dass das Museum König ein guter Platz für Gana ist.

Ich betrachte auch die Ausstellungsstücke von G. von Hagen mit Interesse. Mir ist zwar klar, dass es der "Künstler" - ob das Kunst ist, darüber kann man sicher streiten, aber das kann man eigentlich über alles, was als Kunst bezeichnet wird - einen anderen Zweck verfolgt, trotzdem finde ich den Einblick in das Innere von Menschen und Tieren interessant. Mir fällt es leichter biologische Vorgänge zu begreifen, wenn ich sie anschaulich sehen kann. Deshalb finde ich die Ausstellungsstücke von G von Hagen eher faszinierend als abstoßend.

 
Ulli J
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RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#5 von Gitta ( gelöscht ) , 22.01.2010 10:27

Den Begriff "posthume Ehrung" habe ich aus dem Grund gewählt, weil er mir heute Morgen als erstes beim Lesen des Teletextes in Auge gefallen ist und ich das auch nicht als Ehrung empfinde.

Ansonsten finde ich, steht es jedem zu, sich die Ausstellung des Herrn von Hagens anzuschauen. Mein Ding ist das auf jeden Fall nicht!

Hier der Artikel:

http://www.mv-online.de/lokales/muenste ... useum.html

O-Ton von Hagens:
"Es gibt noch keinen Gorilla, der in Scheiben geschnitten ist. Das hätte ganz neue Erkenntnisse versprochen."

Gitta

Gitta

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#6 von Marga ( gelöscht ) , 22.01.2010 12:32

Ausgestopft mag ich auch nicht-ich käme nie auf die Idee z.B.meine gestorbenen Katzen behalten zu wollen!!

Aber passend zum Thema hab ich gestern beim Einkaufen etwas gesehen:
Tierköpfe zum an die Wand hängen :roll: alles Kunstfell usw.,ein Elch ein Wildschwein und ein Eisbär :roll:
Eigentlich einer meiner Lieblingsläden-very britisch-und das gehört wohl auch dazu :evil: Muss man ja nicht kaufen :mrgreen:

:whistle: Marga

Marga

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#7 von Christina_M ( gelöscht ) , 22.01.2010 16:42

Ich bin da auch sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich es unschätzbar wertvoll für die Nachwelt, dass es z.B. diese Präparate gibt:

Das Quagga in der Zoologischen Staatssammlung München:


Der Beutelwolf im Naturhistorischen Museum in Wien:


denn beide Tiere sind ausgestorben bzw. ausgerottet. Und nur wenn man mit seinen eigenen Augen sieht was man da verloren hat, kann man die Tragweite begreifen.

Das Ausstopfen von Tieren hat für mich aber eine extrem negative Bedeutung wenn es um Tiere geht die jemand nur zu dem Zweck erlegt hat damit er sie ausstopfen lassen und im Wohnzimmer damit tüchtig angeben kann.

Und Tiere zu denen man eine Beziehung hatte... Da gruselt es mich. Ich möchte nie eine meiner Katzen ausgestopft hier rumliegen habe, ich stopfe ja auch nicht meine Großmutter aus, um es mal drastisch zu sagen (kennt jemand die Geschichte von Roahl Dahl von dem Mann der ein Zimmer zur Untermiete sucht und die Vermieterin hat lauter ausgestopfte Tiere, und dann schmeckt sein Tee plötzlich so komisch... :shock: ).

Und Ausstopfen/Präparieren um der Kunst Willen - da graut es mir sowohl beim Anblick von Herrn von Hagens Präparaten als z.B. auch bei der Installation, die aus den in Nürnberg erschossenen Eisbären gemacht wurde.

LG

Christina

Christina_M

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#8 von GiselaH , 22.01.2010 17:13

Ich sehe das wie Martina und denke, man muss heute keine Tiere mehr ausstopfen, denn man kann sie fast orginalgetreu "nachbauen".
Tiere, die ich kenne,würde ich ebensowenig ausstopfen und in meiner Nähe aufstellen lassen wie ihr. Die behalte ich lieber so in guter Erinnerung und begrabe sie an einem schönen und guten Platz in meinem Garten.
Mit dem Herrn von Hagen und seinen Ausstellungen habe ich übrigens auch nichts am Hut!

Hallo Christina,

die Geschichte von Roald Dahl kenne ich. Ich habe sie in dem Buch "Lammkeule" gelesen. Da gibt es noch eine ganze Reihe anderer makabrer Geschichten.

GiselaH :winkewinke:

 
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RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#9 von AdsBot [Google] ( gelöscht ) , 22.01.2010 18:32

Vielen Dank das ihr so ehrlich Eure Sichtweise geschildert habt, ich neige auch eher zu "nein muss nicht sein"...

habe hier noch einen Link über
Taxidermie (so nennt man dies wohl)

http://de.wikipedia.org/wiki/Taxidermie

und wie es der Zufall will ist auf den Bildern auch ein ausgestopfter Eisbär zu sehen....

:winkewinke:

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RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#10 von Christina_M ( gelöscht ) , 22.01.2010 19:02

@Ursi: Ich kenn das Wort aus dem englischen, da heissen Tierpräparatoren "Taxidermist". Es gibt da eine geniale Szene in einem meiner Lieblingsfilme "Der Mann der zuviel wusste" (Hitchcock) wo James Stewart und Taxidermist Ambrose Chappell samt Team sich eine wilde Rangelei zwischen fertigen und halbfertigen Tierpräparaten liefern. :>> Einer der Angestellten rennt dauernd mit einem halbfertigen Jaguar auf dem Arm durch den Raum damit ihm nichts passiert... :lol:

http://www.youtube.com/watch?v=DVfzdvIp93k

LG

Christina

Christina_M

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#11 von AdsBot [Google] ( gelöscht ) , 22.01.2010 21:22

Hier muss man eindeutig unterscheiden zwischen:

1. ausstopfen und präsentieren zu wissenschaftlichen Studienzwecken (in wissenschaftlichen Sammlungen und Museen)
2. ausstopfen zur persönlichen Geltungssucht ( Jagdtrophäen)
3. ausstopfen um der reinen Kommerz willen ( von Hagen)

Die Punkte 2 und 3 lehne ich ab, wobei ich zu der Plastination von menschlichen und tierischen Körper eine besondere Meinung habe. Ich lehne die Darstellung in den Körperwelten ab. Nicht die Plastination an sich, denn diese hat der Ausbildung von Medizinern eine völlig neue Dimension gebracht. Ich kann nur jedem empfehlen die pathologischen Sammlungen der Charite in Berlin oder die wehrpathologische Sammlung der Sanitätsakademie in München zu besuchen. Dort lassen sich die Verbesserungen in der Ausbildung von Medizinern am Objekt in den letzten 200 Jahren verfolgen. Dies ist der Grund warum ich der Plastination nicht ablehnend gegenüber stehe.

Es gibt in der heutigen Zeit nicht viele Tiere die ausgestopft werden und präsentiert werden. Es müssen schon besondere Tiere sein. Arcta aus Rostock ist sicherlich nicht ausgestopft worden um ein Denkmal zu haben, sondern damit Menschen einen Eisbären aus nächster Nähe sehen können. Ob sie aus solchen Präparaten lernen liegt an jedem selber.

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RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#12 von Gitta ( gelöscht ) , 22.01.2010 21:45

Duerener 1

In der Form könnte ich das sofort unterschreiben.
Ich bin nur ein absoluter Gegener dieses Herrn von Hagens mit seinen Körperwelten. Ich denke, dieser Mensch verfolgt andere Ziele.


Gitta

Gitta

RE: Tiere ausstopfen, akzeptabel oder eher nicht....

#13 von Gitta ( gelöscht ) , 23.01.2010 08:39

Was ich noch sagen wollte:
Ich habe keine besondere Affinität zum Genitiv :lol: , aber der Mann heißt wirklich

Gunther von Hagens


wikipedia

Und so sähe Knut aus, wenn er plastiniert würde. :shock:
Er hätte nur weiße Pranken und weiße Ohren.



http://www.tip-berlin.de/kultur-und-fre ... ten-berlin

Gitta :winkewinke:

Gitta

   


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