RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#1 von Viktor , 02.04.2011 13:42

Auch so interpretiert die Presse die gestern vorgestellten vorläufigen Untersuchungsergebnisse:

Untersuchung zeigt: Eisbär Knut starb an einer Gehirnentzündung

München - Viele Vorwürfe und Anfeindungen muss der Berliner Zoo sich gefallen lassen, seit sein größter Star gestorben ist. Nun steht fest: Der Zoo trägt keine Schuld am überraschenden Tod des Eisbären Knut vor zwei Wochen.

http://www.sueddeutsche.de/a5x38q/400611...rliner-Zoo.html


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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#2 von walli ( gelöscht ) , 02.04.2011 15:49

und schon heißt es der zoo sei nicht schuld ,dass ist aber noch nicht bewiesen. :evil: oder :irritiert:

walli

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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#3 von Viktor , 03.04.2011 12:45

An dieser Stelle möchte ich einmal etwas loswerden, was an diejenigen gerichtet ist, die noch immer alles schönreden und über kritische Äußerungen lästern:

wer jetzt immer noch die Augen verschließt und die katastrophalen hygenischen Zustände an der Bärenanlage ignoriert oder gar leugnet, der macht sich mitschuldig an den Schicksalen der Tiere, die dort leben müssen.


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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#4 von Gitta ( gelöscht ) , 03.04.2011 12:58

Das sehe ich genauso!

Wichtig ist, dass wir irgendwie erreichen, dass sich die Zustände im Berliner Zoo umgehend bessern; denn falls eine Infektion bei den Eisbärinnen vorliegen sollte, darf sie nicht noch zusätzlich durch kontaminiertes Trinkwasser verschlimmert werden.

Ich bin darüber hinaus nach wie vor davon überzeugt, dass sich Nancy damals infiziert hatte und Knut den Kontakt mit den Krankheitserregern, mögen es parasitäre Würmer, Viren oder Bakterien gewesen sein, aufgrund eines nicht sehr stabilen Immunsystems nicht verkraftet hat.

Mich interessiert nach wie vor nicht das Untersuchungsergebnis, sondern die Krankheitsursache.

Man kann einen lungenkrebskranken Menschen gründlichst pathologisch untersuchen und zu ganz eindeutigen Ergebnissen gelangen, die kein Laie anzweifeln wird; die Ergebnisse werden in sich alle stimmig sein, was das Krankheitsbild angeht.

Aber vielleicht wäre die Erkrankung zu vermeiden gewesen, wenn der Erkrankte nicht täglich 50 Zigaretten geraucht hätte; nur mal so als Beispiel.

Natürlich zeigten sich eindeutige Krankheitssymptome bei der Obduktion und wahrscheinlich ist es auch besser, dass Knut die bereits fortgeschrittene und wahrscheinlich nicht mehr behandelbare Krankheit nicht überlebt hat; aber man muss doch verdammt noch mal den eventuellen Krankheitsausbruch weiterer Tiere verhindern, indem man so viele wie mögliche Krankheitsursachen ausschließt; und dazu zählt natürlich vor allem die Hygiene im Gehege.
Und das weiß auch ein Dr. der Biologie Herr B.

Und was die anderen Verbesserungen angeht, so finde ich, dass es eine Pflicht eines jeden Menschen ist, der Tiere einsperrt, ihnen ihr Leben so angenehm wie möglich zu machen.
Wenn er schon nicht in der Lage ist, den natürlichen Lebensraum zu schaffen, so ist es seine verdammte Pflicht, zumindest einige Grundbedürfnisse zu befriedigen; zu denen u.a. Beschäftigung gehört.

Er hat doch für solche Zwecke seine Pfleger; warum lässt er ihnen nicht auf diesem Gebiet freie Hand.

Hat er denn ein so geringes menschliches Selbstwertgefühl, dass er in allen Dingen seine Amtsmacht missbrauchen muss?

Und was die Beschäftigung angeht, so muss er noch nicht einmal Geld dafür locker machen; das tun die Zoobesucher.

Gitta

RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#5 von ConnyHH , 03.04.2011 13:53

Auch ich war ja gestern vor Ort und u.a. natürlich am Gehege der Eisbären.

Diese Anlage ist nach Knuts Tod in der vergangenen Woche gesäubert und der Graben mit frischen Wasser befüllt worden - also gerade mal ein paar Tage sind verstrichen.

Ich war sichtlich geschockt, wie das Wasser bereits wieder ausschaut. Es ist sehr trübe und man kann die Felsen, die sich unter Wasser befinden lediglich schemenhaft erahnen. Des weiteren lagen schon wieder diverse Exkrementhaufen auf der Anlage herum, die von den Pflegern ja nicht im üblichen Sinne entfernt werden, indem man sie vielleicht mit einer Schaufel aufnimmt und demenstprechend entsorgt - nein sie werden garantiert wie schon oft erlebt, einfach im Wassergraben versenkt !!!

Irgendetwas läuft dort gewaltig schief - warum will das von der Riege der Presse eigentlich keiner bemerken und greift diese Mißstände einmal vernünftig auf ???

Das verstehe wer will - ich verstehe es nicht !!!


Freispruch für den Zoo ???? Hallo bitte Aufwachen !!!



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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#6 von Gitta ( gelöscht ) , 03.04.2011 14:17

Wenn man davon ausgeht, dass die Bärinnen eventuell infiziert sind, dann muss man doch um so mehr auf Hygiene achten!!!!

Und dann möchte ich noch etwas hinzufügen.

Nach wie vor wundern sich viele Menschen darüber, dass sie nicht die geringsten Anzeichen für eine Erkrankung bei Knut festgestellt haben.

Wie bereits erwähnt, zeigen Wildtiere aus bereits genannten Gründen oft keine Anzeichen.

Es kommt aber noch etwas hinzu und das könnte ich mir, wenn ich den Phänotypus Knut in den letzten Wochen betrachte, durchaus vorstellen:


Symptome einer Infektionskrankheit können je nach Virulenz des Erregers und Immunsystem des Betroffenen sehr vielfältig sein.

Im Normalfall gehören Symptome wie Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl und entsprechende Entzündungsparameter im Blut zum Krankheitsbild, als Reaktion des Körpers auf eingedrungene Erreger.
Auf diese Weise versucht ein Körper, mit der Infektion fertig zu werden.

Lebewesen mit schwachem Immunsystem fehlen diese nachweisbaren Anzeichen oft, weil der Körper nicht genügend Kraft zur Selbstheilung aufbringt,
sodass Infektionen bei ihnen eher unauffällig ablaufen, zu spät erkannt werden und besonders schwer zu diagnostizieren sind.

Dazu kommt, dass Eisbären normalerweise in Regionen leben, in denen man nicht unbedingt mit dem Auftreten vieler Krankheitserreger rechnen muss; insofern ist, genetisch bedingt, ihr Immunsystem ohnehin eher schwächer ausgeprägt.

Ich weiß nicht, inwieweit es durch die dauerhafte Unterbringung in Zoos in anderen Klimazonen zu entsprechenden Modifikationen oder Mutationen auf diesem Gebiet bei nachfolgenden Generationen kommt.

Gitta

RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#7 von water , 04.04.2011 17:35

Zitat
Freispruch für den Berliner Zoo



Huch, da hat die oder der Reporter der Süddeutschen wohl nicht richtig hingehört.
Der Grund für die wahrscheinliche Vireninfektion ist noch nicht bekannt.

Es gibt noch andere Gründe ausser Stress:

Die Eisbärinnen waren alle drei erkrankt. Husten bei allen und Durchfall habe ich speziell bei Nancy gesehen. Der einzigste , der nicht krank wurde war eine Handaufzucht mit viel weniger Widerstandskraft?

Das Wasser ist unhygienisch und wird selten (wie oft im Jahr?? zweimal, dreimal??) gewechselt. Die Haufen werden hinein gespült, dies kann doch für Eisbären, die in der Arktis kaum Erreger haben, nicht so günstig sein.

Auch Lars hat nur durch seine Größe und Stärke seine Krankheit überwunden(und das er günstig zur Behandlung am Gitterlag) und Jerka, die schwächere ist gestorben.
Hier in Berlin war Knut, der gefährdeste Eisbär für Krankheiten.

Also ersteinmal die Ursache, ob und welche Infektion, abwarten und dann klären, ob Schuld ja oder nein.

 
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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#8 von vb_Willi ( gelöscht ) , 06.04.2011 11:10

In Hellabrunn wird das Wasser der Anlage wöchentlich, manchmal sogar 2 mal in der Woche getauscht, und das obwohl die Gesamtanlage um ein vielfaches größer ist. ImZoo Berlin 2x Jährlich

Willi

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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#9 von Ludmila , 06.04.2011 13:17

Ich habe mir das Video von der Pressekonferenz angeschaut. Es ist sehr traurig, aber hier sehe ich keine Möglichkeit dem Zoo direkt die Schuld zu geben.
Ich finde wir sollen uns auf die schlechte hygienische Bedingungen auf der Eisbärenanlage konzentrieren. Das ist sehr wichtig. Auch finde ich sehr wichtig die jungen Löwen nicht aus den Augen zu lassen. Von der einen Seite diese Zucht mit den Geschwistern ist nicht in Ordnung. Andererseits sollen diese kleinen Löwen nicht einfach verschwinden.
Nicht weniger wichtig sind die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere.

 
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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#10 von walli ( gelöscht ) , 06.04.2011 16:52

ludmila

da hast du recht,außer der virus der knut getötet hat ,hat mit der mangelnden hygiene auf der anlage zu tun ,falls wir das je erfahren werden :seufz: dann hat sich der zoo schuldig gemacht. :-(

walli

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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#11 von Rena , 06.04.2011 19:05

Ich komme gerade aus dem Zoo. Da ich 8 Tage nicht im Forum gelesen habe, hatte ich mit Roland, nicht wissend was für ein diskutiertes Thema es gerade ist, die Sch....haufen auf der Eisbärenanlage versucht zu zählen Es war nicht möglich, weil die Anlage übersäht davon ist. Auf Toscas Tanzplatz war 1cm hinter ihrem letzten Schritt ein Kothaufen. Da Eisbären eigentlich saubere Tiere sind, ließ sie ihren Durchfallkot auf den alten Haufen platschen. Den Haufen zählten wir 2x.
Viktor, enttäuscht bin ich von der Südeutschen. Seit wann sind nur 2 Eisbärinnen auf der Anlage? Schlecht recherchiert!

Rena :knuti:


 
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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#12 von GiselaH , 06.04.2011 20:16

Hallo Rena,

das liest sich gar nicht gut.
Tosca hat Durchfall und die Anlage ist förmlich zugesch... :seufz: .
Es gibt aktuelle Fotos, wo man diverse Hinterlassenschaften der Bären sehen kann. Aber das es so schlimm ist ...:? !

Gisela

 
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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#13 von ConnyHH , 06.04.2011 20:55

@Rena
das hört sich wirklich überhaupt nicht gut an... :negativ: :evil:



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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#14 von Frans , 10.04.2011 23:57

Anneliese hat mich gefragt, ihre Leserbriefe an die SZ hier ein zu stellen. Leider ist es bisher nicht abgedruckt:

Datum: 4. April 2011 20:27:36 MESZ
An: leserbriefe@sueddeutsche.de
Betreff: Freispruch für den Berliner Zoo, 2.4.2011

Betreff: Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wäre erfreut, wenn Sie den folgenden Leserbrief veröffentlichen würden.

SZ vom 2.4.2011, "Freispruch für den Berliner Zoo" von com

Das wird der Berliner Zoodirektor gerne lesen: Freispruch! So jedenfalls der Autor "com". Tatsächlich sind die Ursachen für den Virusinfekt von Knut wie auch der Virus selbst unbekannt. Der Berliner Zoo wird seit langem wegen der hygienisch fragwürdigen Verhältnisse im Eisbärengehege kritisiert. Die Fäkalien gelangen mit dem Regen (oder auch schon mal versehentlich beim Säubern mit dem Schlauch) ins Wasser, aus dem die Eisbären trinken und in dem sie schwimmen. Auf Knuts letztem Geburtstag (5.12.2010) hat der Bärenkurator mit großer Geste verkündet, dass die Eisbären so um das Jahr 2012 herum eine Tränke erhalten würden.

Die Kritik vieler Knutfreunde vor und nach Knuts Tod bezog sich auf die Lebensumstände im Gehege, denen Knut seit September 2010 ausgesetzt war: Drei etablierte Eisbärinnen, jeweils an Gewicht überlegen, die ihm nicht durchweg freundlich gesonnen waren und deren Gefährlichkeit für sich er nicht einschätzen konnte, ein kahles Felsengehege ohne Schubberbäume und Naturboden. Legendär dagegen die Bilder aus seinem alten Gehege, nachdem er sich genüsslich auf der Erde gewälzt hatte und im Ergebnis aussah wie der Schwarze Ritter oder Zorro oder eben wie ein Schwarzbär. Keine Spielzeuge, denn die sind nach des Direktors sehr exklusiver Ansicht mehr oder weniger des Teufels (Spielzeuge aus Kunststoff seien "menschlicher Müll") oder der erste Schritt in Richtung Disneyland. Gut, als Zugeständnis bekam Knut zum Geburtstag eine Kordel. Und zweimal im Jahr (oder gar öfter?) einen Ast, jedenfalls dann, wenn der RBB für Filmaufnahmen bereitstand. Eisbären, auch erwachsene, sind unglaublich verspielt. Münchner SZ-Leser können sich im Tierpark Hellabrunn leicht davon überzeugen! Die Möglichkeiten auf dem Berliner Felsenplateau sind dagegen auch für kreative Eisbären sehr beschränkt, zumal Knut die Tage stundenlang eingeschüchtert in einem abgelegenen Winkel verbrachte und sich meist erst dann aufs Gelände traute, wenn die drei Dominas hinter Schloss und Riegel waren. So auch am Tage seines Todes.

Anneliese Klumbies, Hamburg

 
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RE: Süddeutsche: Freispruch für den Berliner Zoo

#15 von Ludmila , 11.04.2011 10:19

Danke Frans!

 
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Knut ist tot - Nachruf auf den beliebten Eisbären
Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung, 10.4.2011

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