RE: Detroit Zoo: Bärle wurde eingeschläfert

#1 von AdsBot [Google] ( gelöscht ) , 20.07.2012 10:13

Bärle, die 27-jährige Eisbärin, die 2002 aus einem mexikanischen Zirkus auf Puerto Rico befreit wurde, musste am 18.07.2012 eingeschläfert werden. Eine Obduktion ergab, dass die Lymphknoten im ganzen Körper durch Krebs vergrößert waren.

Bärle wurde in der freien Wildbahn von Manitoba, Kanada geboren, als Jungtier gefangen und den größten Teil ihres Lebens verbrachte sie als Zirkusbär. Sie wurde aus dem Suarez Brothers Circus in Puerto Rico gerettet und im Jahr 2002 dem Detroit Zoo übergeben. 2004 wurde sie zu ersten Mal Mutter. Talini blieb der einzige Nachwuchs.

Quelle: http://www.freep.com/article/20120718/N ... Barle-dies





Übung macht keinen Meister
Warum manche Eisbären keine Musterschwimmer sind


Mit festgeschlossenen Augen paddelt ein junger Eisbär hinter seiner Mutter her. Seine Bewegungen sind hastig und ungelenk, und in wenigen Minuten wird er hektisch an die Oberfläche stoßen und um gierig nach Luft zu japsen. Der Fotograf Bill Pugliano kennt diese Szene – durch sein Unterwasserobjektiv beobachtet er sie seit fast drei Monaten. Dutzende Male, jeden Tag: das klägliche Schwimmfiasko des kleinen Talini. Der Mann weiß genau, wie die Versuche enden: mit den spöttischen Bemerkungen der Besucher, die in solchen Augenblicken um das Eisbär Bassin des „Detroit Zoo“ herumstehen.

Solche Kommentare machen Bill Pugliano wütend. Wütend, weil hinter jedem ärmlichen Schwimmzug des Bären eine Kraft steht, die keiner der Besucher erkennt. Denn: Talinis Mutter wurde vor Jahren aus einem Zirkus gerettet“, sagt der Fotograf. „Barle hatte dort ihr ganzes Leben in einem winzigen Käfig verbracht. Als die Tierärzte sie in dieses Gehege entließen, konnte sie nur humpeln. Die Fähigkeit zu schwimmen hatte sie verloren“. Erst als die Bärin Talini zur Welt bringt, wagt sie sich in die Nähe des Bassins. „Es war, als zwinge sie sich, ihre eigene Furcht zu überwinden“, sagt der Mann, „damit sie ihrem Baby eines Tages das Schwimmen beibringen könne – so, wie es alle Eisbärmütter tun“.

Hunderte von Fotos schoss Pugliano in der folgenden Woche: Barle, die triefend im Wasser steht; die navigationsunfähig im Becken treibt, weil sie nicht mit den Tatzen paddelt. Und schließlich Barle, die ihre erste Runde schwimmt. Keines dieser Bilder hat der Fotograf veröffentlich: „Ich habe gewartet“, sagt er, „auf den Moment des Triumphs“. Er meint jenen Moment, in dem Barles Junges seiner Mutter erstmals elegant nachtaucht, wie es alle anderen Eisbären auch tun. Doch dieser Moment ist nicht gekommen. Denn in Wirklichkeit
wird Barle nie eine Meisterschwimmerin sein – und sie wird auch Talini diese Fähigkeit nicht fehlerfrei lehren können. Das, was sie ihn lehrt allerdings – mit jedem miserablen Schwimmzug -, wiegt um vieles schwerer: Nicht Perfektion macht Vollkommenheit aus. Sondern der Mut, es allen Fehlern zum Trotz dennoch zu wagen. Bill Pugliano hat bis heute nur ein einziges Foto von Barle und Talini herausgegeben. Es ist die Aufnahme auf dieser Seite. Sie zeigt einen kleinen Eisbären, der mit ungelenken Bewegungen hinter seiner Mutter herpaddelt, während die Besucher des Zoos abfällig die Nase rümpfen- und das Wesentliche nicht erkennen: einen Moment großen Triumphs ...

von Dorothee Teves







Practice does not necessarily make perfect
Why some polar bears are not model swimmers


With strongly closed eyes a young polar bear is paddling after his mother. His movements are hasty and awkward and in some minutes he will emerge hastily and gasp for air. Photographer Bill Pugliano knows these scenes – with his under water lens he is watching them since about 3 months. Dozen of times, every day: the pitiful swimming fiasco of the little Talini. The man knows how these exercises will end: with the ironic remarks of the visitors who are standing in this moments around the basin of the “Detroit Zoo”.

These comments make Bill Pugliano really furious. Furious because behind every of this pitiful swimming movements of the bear is lots of struggle which none of the visitors will recognize. Because: Talinis mother was years ago rescued from a circus” says the photographer. “Barle had to spend her whole life in a tiny cage. As the veterinarians released her to this enclosure she only was able to limp. She had lost the ability to swim”. Only when the bear gave birth to Talini, she is daring to go near the basin. “It was like she wanted to force herself to overcome her fear” the man says, “in order to be able to teach her baby one day how to swim – as all the polar bear mothers do”.

Hundreds of pictures Pugliano is shooting in the following week: Barle, who is standing dripping wet in the water; unable to navigate because she is not paddling with her paws. And finally Barle is swimming her first rounds. None of these pictures the photographer published. “I was waiting for the moment of triumph”. He is talking about the moment in which Barles cub for the first time would gracefully dive after his mother, like other polar bears also do. But this moment never came. In reality Barle never will be a master swimmer – and she also won´t be able to teach Talini this ability accurately. But all this what she teaches him – with every miserable swimming movement – is much more outweighing: Not Perfection makes completeness. But the courage to do it despite of all mistakes. Bill Pugliano until today only published one single picture showing Barle and Talini. It is the picture shown here. It shows a little polar bear who, with awkward movements, paddles behind his mother, while the visitors of the zoo snidely turn up their noses and even do not grasp the basic: one moment of loom large……

by Dotothee Teves

Englische Überstzung von Brit
Jahr 2005 Nr. 43

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RE: Detroit Zoo: Bärle wurde eingeschläfert

#2 von Ursi , 20.07.2012 12:45

RIP Barle :heart:

Was für eine traurige Vergangenheit die die arme Bärin hatte :-(
was für eine schlimme Haltung muss dies gewesen sein wenn sie ihre Fähigkeit zu schwimmen verloren hatte
und humpelte :seufz: :irritiert: :pompfe:

die letzten Jahre durfte sie wenigstens einigermassen ein schönes Leben führen mit Mutterglück :heart:

Danke Uli für den Bericht, das Foto inkl. diesem Bericht gehen sehr zu :heart: en und diesem
Satz :

Nicht Perfektion macht Vollkommenheit aus. Sondern der Mut, es allen Fehlern zum Trotz dennoch zu wagen.

kann ich nur zustimmen ....

Barle hat versucht ihrer Tochter alles so gut wie ihr möglich war mitzugeben, einfach :heart:


ich hoffe das ihre Tochter Talini ein schönes Zuhause gefunden hat :heart:


Ursi



Mamas Simba 1998 bis 2014

Für immer in meinem Herzen...

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dem Gedächtnis löschen...


 
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RE: Detroit Zoo: Bärle wurde eingeschläfert

#3 von Gelöschtes Mitglied , 20.07.2012 13:45

@ UliS
es ist erschreckend, welch trauriges Schicksal viele (viel zu viele) Tiere durchmachen müssen. Bärle :heart: hatte jedenfalls das Glück, anschließend von einem tiergerechten Zoo aufgenommen zu werden. Dass zwei Jahre später bereits die kleine Talini :heart: geboren wurde, spricht für sich.
Danke für das Einstellen dieser Berichtes mit schönen Bildern.

Frauke


   

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