Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#1 von Frans , 16.01.2015 14:06

Unterwegs zum Zoo bin ich fast umgedreht ... soviel Regen, soviel wind ... Aber ja, ich bin schon halbwegs und auch die Zurückweg ist nass ... also doch mal lieber weitergehen. Rund halb eins bin ich am Eingang der Zoo. "Sie sind Besucher Nummer 20", sagt man mir an die Kasse. Ja, das war zu erwarten. Aber schlimm ist es nicht: wie weniger Besucher im Zoo, wie mehr gibt es zu erleben.



Meine ersten Schritte gehen zum - überdachte - Reptilien- und Vogelhaus. Im Jahr 2011 wurden die alten Gebäude renoviert. Die Tiere die dort blieben, haben nun viel mehr Platz. Ein Teil des Komplexes ist der ehemalige Affenhaus, in dem alle Käfige weg sind und wo ein kleiner Wald entwickelt ist. Zwischendurch ist ein Weg von dem aus man alles was wächst und lebt gut seht. Zwegäffchen, Vögel, Fledermäuse, Flughunde und Leguane und zehn weitere Arten sind auf freiem Fuss. Ich sehe eine grosse Leguan an die Mahlzeit. Das hielt nicht lange an, denn wenn ich masl näher komme, bin ich offensichtlich schon schnell interessanter als das Essen!







Blick im Vögelhaus.





 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#2 von Frans , 16.01.2015 14:07

Im Reptilienhaus treffe ich diese - fröhlich aussehende - Schildkröte.





Ein Blick im Reptilienhaus von der Eingang.



Ich mache mich fertig vor eine Wanderung im Regen. Das ist jedoch nicht notwendig, da einmal heraus fallen gerade den letzten Tropfen.

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#3 von Frans , 16.01.2015 14:08







Am "Kerber-Terasse", wie in Amsterdam die Löwen-Anlage heisst, sehe ich vier aktive Tiere. Den drei Löwinnen - Mutter Ti-Cuna und Tochter Kianga und Kacela - spielen mit der Tanne, die kopfüber aufgehängt wird. Ein schöner Anblick. Ich bin der einzige Zuschauer und bekomme damit die Aufmerksamkeit der Löwe und Löwinnen, die mich regelmäßig beobachten.



Haben sie Hunger für mir oder erwarten sie etwas zu essen von mir!?



Der Zoo ist noch tropfnassen von dem Regen.

Weiterhin geben den Wölfe ein Konzert. Jeden Morgen und Nachmittag sind sie in Artis zu hören: die eindrucksvollen heulenden Wölfen. Sie klettern einen Hügel und werfen die Köpfe oben. Sie offenen ihre Kiefer und aus den Kehlen klingt zunächst ein weiches heulen, das immer härter wird. Es scheint ob sie zusammen zu einen gleichen Ton suchen, denn wenn einer höher beginnt zu heulen, verbinden die anderen sich in der Tonhöhe. Die Tiere scheinen sorgfältig aufeinander zu hören.





Durch gemeinsam zu heulen, stärken diese "Hudson Bay Wölfe" ihrer gegenseitigen Beziehungen. Es ist ein Ritual, dass das Gruppengefühl stärkt. Ausserdem lassen sie so wissen bis wo ihr Familienterritorium reicht. Diese Funktion zur Verbesserung des Gruppengefühl hört man auch im Fussballstadion. Fans singen Lieder, die ihren Verein angehören und versuchen die Anhänger der anderen Club in Volumen zu übertreffen. Eine andere menschliche Ritual ist das Heulen der Alarm-Sirenen in Holland, an jedem ersten Montag im Monat. Die meisten Tiere macht das nichts aus, aber die Wölfe reagieren sehr aufgeregt und heulen mit. Ein menschliches und ein tierisches Ritual fallen so zusammen.

Nach Ablauf beobachten den Tiere mir und kommen zur Zaun wo ich stehe. Bei so wenig Besucher im Zoo ist man, denke ich, im Auge der Tieren schon schnell ein Pfleger.

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#4 von Frans , 16.01.2015 14:10





Ajani.



Die ersten Tropfen der nächsten Regenschauer ... Schnell laufe ich zu das Haus der Schimpansen, nicht weit von die Wölfen-Anlage. Dort sind die Füttertonnen gerade gefüllt und die Tiere haben viel Spass (und Aufwand), um die guten Sachen heraus zu bekommen. Der kleine Ajani ist gewachsen - er ist auch bereits 15 Monate alt - und tut sein Bestes neben seinem Mutter Amber auch alle anwesende Tanten zu belästigen!







Herrlich entspannt ...

Beim Schimpansen kann man tatsächlich Stunden zusehen; immer passiert etwas. Plötzlich scheint ein Sonnenstrahl durch das Gehege. Draussen sehe ich dass es nicht nur trocken, sondern das die schweren Wolkenhimmel gebrochen ist. Ganze Stücke des Himmels sind schon blau.

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#5 von Frans , 16.01.2015 14:12



Das unerwartete schönem Wetter geniessend, gehe ich durch der Zoo. Entlang das alte Gehege wo Jahrenlang der Brillenbären Balu lebte, die mittlerweile zum Glück anderswo bessere Lebensbedingungen hat. Nun haben die Nasenbären dort das Reich alleine. Sie schlafen in einem alten Kasten an der Stelle wo einst Balu auch seine Nickerchen machte.







Auch bei den Mandrills gibt es eine Tanne. Einer der jüngeren Tieren versucht hartnäckig Zweige zu brechen und zu essen. Eine ältere Mandrill kratzt sich mal einmal hinter den Ohren ...



Beim Gorillas ist Ruhe. Sie sitzen alle in das Innengehege; haben noch nicht bemerkt dass in der Zwischenzeit die Sonne anfing zu scheinen. Der Silberrücken sieht mich aufmerksam und - ich hoffe aber dann - nicht unfreundlich an.

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#6 von Frans , 16.01.2015 14:13





Eine Schildkröte hat einen Dusche genommen und geniesst.

Entlang den Pinguine, Reiher und Basstölpel. Die Terrasse ist dennoch nicht ganz leer ...



Das neue Jaguargehege in Anbau.



Im vergangenen Jahr zierten unzählige Kürbisse der Zoo. Sie sind immer noch da, durch Netze geschützt. Auch in diesem Jahr ist Artis, nach dem Erfolg des Jubiläumsjahres, das ganze Jahr in Blüte. So auch im Winter ist der Zoo geziert mit verschiedenen Kohlsorten wie Grünkohl, Wirsing, Palmkohl und Rotkohl. Vor allem Bemerkenswert sind die schön gefärbten Kürbisse.







Ich wander zurück zum grossen Teich wo gerade den Pelikane sich gemeinsam waschen.





 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#7 von Frans , 16.01.2015 14:14

Hoch in die Bäume sehe ich Bewegung in den Nesten. Es wird wieder Frühling!



Im Wasser der Teich paddeln den Enten ...





 
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#8 von Frans , 16.01.2015 14:16

Auch die Gelbwangen-Gibbon-Familie hat entdeckt dass die Sonne scheint. Sie haben ihre roten Haus verlassen und steigen hoch, hochen, höchst, durch die großen Bäume. Das im vergangenen Juli-Monat geboren Kind klettert schon fröhlich mit.







Glücklicherweise stehen den hohen Bäume am Rande einer grossen Teich ... Das Gibbon-Kind geht ja gern schon seine eigene Wege ...















Gibbons sind schlanke Affen aus Südostasien mit kurzen Beinen und in Bezug besonders lange Armen. Sie haben, wie die Menschen und andere Menschenaffen, keinen Schwanz. Sie sind wunderschön gefärbt. Mutter und Kind haben blonden Haare die im Sonnenlicht fast Orange leuchten. Auf der Krone hat die Mutter ein Büschel schwarzes - ein Schönheitsfleckchen. Der Vater ist ganz schwarz mit dieser Art charakteristischen goldenen Wangen.

 
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#9 von Frans , 16.01.2015 14:17



Entlang den Affenfelsen, wo den Japanischen Makaken geniessen von Apfel und Paprika.



Und da ist schon wieder der Ausgang. Trotz das anfänglich schlechte Wetter war es wieder ein erfolgreicher Besuch mit vielen schönen und interessanten Erfahrungen!




Frans

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#10 von Violetta , 16.01.2015 15:49

Danke lieber Frans

Dein Zoobericht ist wieder äusserst interessant und wie immer mit perfekten Bildern ergänzt.

Mit dem Wetter hast Du wirklich Glück gehabt. Auch ich liebe einen menschenleeren Zoo - da hat man das Gefühl, die Tiere sind nur für Dich da.

VIOLETTA




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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#11 von water , 16.01.2015 16:59

Gibt es denn da keine Marabus.*

Aber die orangleuchtenden Gibbons sehen klasse aus.






*das die Berliner immer meckern und sülzen müssem

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#12 von Mona , 16.01.2015 17:27

Hallo Frans,

das ist wieder wie immer, ein toller Bericht, mit sensationellen Fotos Vielen Dank!

Das Bild ist der Hit


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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#13 von Mervi , 16.01.2015 17:45

Dear Frrans

Thank you for sharing your excellent photos with us! They are - as always - incredibly beautiful and expresssive!

The photo of the white wolves is a master piece- . I also like the lions and the 'Tannenbaum' and, of course, all the apes are very cute.

Hugs from Mervi


Semper Knut!

 
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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#14 von Frans , 16.01.2015 17:52

Zitat
Gibt es denn da keine Marabus.



Ja, doch, @water - Katja ...

Ich habe aber eine andere Weg gelaufen ... Es soll nie wieder passieren!

Es gibt in Artis zwei Marabus. Einer der beiden ist noch jung und die andere schon über zwanzig Jahren; die Ältere ist eindeutig der Chef der Gruppe. Nur wenn es einen schönen warmen sonnigen Platz zwischen den Bäumen gibt, verträgt er der Jüngere in seiner Nachbarschaft. Verschiebt die Sonne, dann schieben die Marabus beide mit. Gibt es keine Sonne und komt der Jüngere zu nähe, grifft der Ältere ihm an und weisst den Jungere wieder an seinem Platz, mindestens fünf Meter entfernt. Bei eine solche Aktion bekommt der Ältere einer grossen roten Schlag an den Hals, ein Zeichen dass er seehr böse ist.

Artis hat schon viele Marabus. Die erste, eine Indische Marabu, kam bereits im Jahr 1844 und ein andere lebte für 33 Jahre in Artis. Er war so alt das er schliesslich bekannt war als "Opa". Marabus haben eigentümlichen Gewohnheiten. Je gab es einen, der ständig Baumblätterchen fing und die in der Luft warf, um sie dann mit hohe Winkelsprünge zu verfolgen. Vielleicht ein gutes Beispiel für die derzeitigen Bewohner des Gehege, die eine so fröhliche Aktivität vielleicht gefallen soll!

Kleine Marabu-Geschichte als Entschuldigung!


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RE: Zoo Artis Amsterdam im Regen, 14.1.2015

#15 von Frans , 16.01.2015 17:55

Danke, Violetta, Katja, Mona und Mervi, für eure nette Kommentare!


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