An Aus


RE: Die Spreewaldkatzen

#4711 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:01

Hallo ihr Lieben

Vielen Dank für euer Interesse an dem Leben der kleinen schwarzen Katze.
Ich habe eure Ratschläge mit großem Interesse gelesen und würde sie so gerne für immer in Berlin lassen.
Aber... ich sehe sie vor mir, wie sie im Spreewald in unserem Garten sitzt, die Vögel und Fische beobachtet, wie sie durch die anderen Grundstücke streift und dann stundenlang weg ist und plötzlich, wenn der Hunger sich meldet, wieder vor der Tür sitzt.
Auch dann habe ich oft Schwierigkeiten, sie hinein zu locken, geht oft nur mit Schinken.
Am liebsten würde sie auf der Terrasse fressen.
Und dann sehe ich sie hier, was heisst sehen, ja wenn ich mich unter das Bett beuge.
Gestern haben wir sie nur ca 30 Minuten gesehn. Nachts und morgens läuft sie herum.
Mein Mann war in der ersten Woche zu Hause und konnte es beobachten, dass sie am Tage nur schläft, stundenlang.
Sie kam gestern gegen 20 Uhr hervor, tat die Dinge, die sie tun muss, ging an uns vorbei, ohne uns eines Blickes zu würdigen und ging zum Computerstuhl, um weiterzuschlafen.
Ist das ein Leben für eine freiheitgewohnte Katze?
Der Appetit ist wieder zurückgekehrt, das Bäuchlein rundet sich, die Stuhlprobe war in Ordnung.
Eben höre ich das erste Mal nach 9 Tagen ihre Stimme, was sie möchte, werde ich gleich herausfinden. Sie guckt zur Wohnungstür!!
Am Sonntag habe ich mich mit einer Frau im Dorf, die alles weiß, in Verbindung gesetzt, sie
wird vielleicht für uns herausfinden, wer seit 14 Tagen seine Katze vermisst, denn ein zu Hause muss sie haben, sie wäre sonst nicht so gepflegt und viel dürrer.
Im Dorf gibt es wenig nette Leute, die fremde Katzen füttern.
Ich werde euch weiter berichten, liebe Grüße


Nun war Möhrchen schon zweimal mit uns in ihrer Heimat.
Das Gespür dafür, wann der Katzenkorb kommt, hat sie noch nicht, sie merkt zu spät was das bedeutet und schwupps ist sie drin.
Dann allerdings ist das Geschrei groß, von der Abfahrt bis zur Ankunft.
Sie möchte dann sofort raus, aber je nach Uhrzeit entscheide ich das für sie und sie akzeptiert das.
Nachts war sie an den Wochenenden lange nicht draußen.
Am Samstag, bei herrlichem Wetter, war sie fast den ganzen Tag draußen, aber nur auf dem Grundstück..
Die flüchtet vor der Sonne und sucht sich schöne Schattenplätze.
Wenn die kessen jungen Kater von gegenüber kommen, erkenne ich mein Mohrchen nicht wieder.
Sie faucht, knurrt und verteilt Ohrfeigen.
Die Kater ziehen verdutzt ab, um aber gleich wieder zu kommen.
Dann gehen sie an ihren Lieblingsort, unsere Teiche. Es könnte sich ja mal ein Fisch an die Oberfläche wagen.
Wenn ich mit ihnen schimpfe, schmeissen sie sich vor meine Füße.
Es ist ja fast zwecklos, 5 Tage in der Woche haben sie freie Bahn.
Übrigens Mohrchen - den Namen hat ihr mein Mann spontan gegeben, als sie am 5. Dezember das erste Mal zu ihm ins Haus kam.
Ich war an diesem Wochenende in Berlin, im Zoo.
Mein Gedanke war, bleibt sie bei uns, gebe ich ihr einen “ richtigen “ Namen.
Am nächsten Morgen guckte ich sie mir an und mir kam der Name Leni in den Sinn.
Mein Mann war nicht begeistert, doch er beugte sich der Entscheidung.
Aber dazu später mehr.
Wir wollten zeitig nach Berlin fahren, da ich im Zoo liebe Knutfreunde treffen wollte.
Natürlich sollte Leni nicht mehr raus, doch sie weinte so jämmerlich, dass mein Mann sagte - lass sie doch raus, wir sind Gründonnerstag schon wieder da - und weg war die Katze.
Ich hatte einen dicken Klos im Hals, packte die Taschen und plötzlich, nach 15 Minuten war Leni wieder da.
Nun schnell in den Korb und ab nach Berlin.
Im Zoo habe ich von dem neuen Namen Leni erzählt und aus den Kehlen von Annemarie, Alex, Simone, Gudrund und Mervi erklang einstimmig - nee, die muss das Mohrchen bleiben!!!
Na gut, schon überredet.
Wieder zu hause rief ich - hallo Möhrchen - und mein Mann war froh.
Mohrchen ist eine ganz liebe, ruhige, mit allem zufriedene Katze.
Aber immer nach dem Wochenende müssen die Vögel leiden.
Am Montag früh um 6 Uhr sah ich, wie sie eine ganz lange Pfote machte und ans Bauer haute.
Max und Moritz sind vor schreck fast von der Stange gefallen, haben aber nach einer Minute wieder fröhlich gezwitschert.
Nachdem Osterwochenende,, gegen 5.30, ich saß gemütlich mit einer Tasse Kaffee am PC, hörte ich aus dem Wohnzimmer einen ungewöhnlichen Krach.
Mein erster Gedanke - das Bauer ist umgekippt ( kann gar nicht, ist viel zu schwer).
Ich stürze ins Zimmer und Mohrchen lag auf dem Bauer, versuchte vergeblich mit der Pfote zu angeln ( die Stäbe sind ganz eng ).
Ich habe ihr natürlich klar gemacht, dass so etwas nicht geht, allerdings nicht zu laut, ich bin froh, dass sie nicht mehr unter dem Bett sitzt.
Mit einem sichtbar schlechtem Gewissen zog sie ab.
Rund um das Vogelbauer ist jetzt ein Hochsicherungstrakt entstanden, ich möchte ja nicht, dass die Finken an einem Herzschlag sterben.

Ich habe Mohrchen einen großen Topf mit Katzengras hingestellt und die Folgen nicht bedacht.
Sie hat sich darauf gestürzt und das Ergebnis lag am Nachmittag auf dem Computerstuhl von meinem Mann.
Dieser würgt schon, wenn man nur darüber spricht.
Ich war im Zoo und habe einen schönen Tag verlebt und mein Mann war zuerst zu Hause.
Fast hätte er sich da rein gesetzt ( der Gedanke lasst mich immer noch vor Lachen beben, aber heimlich)
Nun musste er, der so suuuper empfindlich ist, alles wegmachen.
Vorher rannte er noch ins Bad und hat den “ röhrenden Hirsch “ dargestellt.
Vorwurfsvoll hat er es mir am Abend erzählt und ich habe nur noch lachen können.

Mein Kommentar dazu war - wer hat denn die Katze zuerst ins Haus geholt? Mitgehangen - mitgefangen!!
Aus der verfressenen fremden Katze ist ein mägliches Mohrchen geworden..
Sie frisst wieder, aber wenig, bis normale Portionen.
Sie schläft ganz viel und seit 3 Tagen sitzt sie auch gerne auf meinem Schoß (noch weniger Zeit für den PC).
Meine Theorie ist - sie war bei jemand zu Hause, der verstorben ist und sie hat sich auf die Wanderschaft gemacht.
Im November kam sie ja vollkommen ausgehungert zu uns auf die Terrasse.
Oder sie ist ausgesetzt worden, weil jemand Tierarztkosten sparen wollte, sie hat eine Fettgeschwulst
auf dem Kopf.
Wie auch immer, es ist egal, die bekommt keiner mehr, die bleibt bei uns!!!

Jetzt müssen wir uns noch mit dem Vermieter auseinander setzten, wir wollen wieder ein Katzennetz auf dem Balkon anbringen, man weiß ja nie, ob sie nicht doch runterspringt. ( erster Stock).
18 Jahre hatten wir das Netz, doch dann gab es keinen Moritz mehr und das Haus wurde wärmegedämmt, das Netzt musste ab.
Ich hoffe, er gestattet es, zumal wir die Fassade nicht beschädigen, es gibt ja Teleskopstangen.

Jetzt ist es wieder einmal wahr geworden.
Die meisten Katzen suchen sich ihr zu Hause selber aus und mit Hartnäckigkeit erreichen sie das was sie haben wollen.
Ich wollte eigentlich noch keine Katze haben, sei denn, wir müssen einem armen Tier helfen - und so ist es gekommen.
Wir machen wieder etliche Einschränkungen in unserem Leben, was ich nach 18 Jahren mal ändern wollte, aber was soll es, MOHRCHEN BRAUCHT UNS.


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4712 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:06

Nie wollte ich eine freilaufende Katze haben, dass ist nichts für meine Nerven - doch nun habe ich sie und muss damit zurechtkommen.
Ehrlich gesagt, am liebsten würde ich sie in Berlin lassen, doch das geht nicht.
Für die Wochenenden schon, aber nicht für einen Urlaub von 3 Wochen.

Wie man sich doch wieder einer Katze anpasst!!
Am Donnerstag sind wir spät losgefahren, bloß nicht mit der Katze in einen Stau kommen.
Natürlich wollte sie sofort raus, doch nicht bei mir Feigling. Es war Walpurgisnacht und bei uns im Dorf herrscht ein komischer Brauch, den ich nicht nachvollziehen kann.
Die Jugendlichen machen jede Menge Streiche, oft fehlen den Leuten die Türen und Tore.
Wir haben sie angekettet.
Zu DDR Zeiten haben sie Kinderwagen (ohne Inhalt) auf die Dächer transportiert (möchte wissen, ob die Hausbesitzer taub waren).
Nun zu Mohrchen - die musste drin bleiben.
Am nächsten Morgen mussten erst einmal 2300 qm gemäht werden (könnte ja sein, dass sie durch das laute Geräusch wegläuft. ( Ich merke immer mehr, wie ich an dem Tier hänge.)
Mittags war es so weit, sie durfte raus.
Zu meiner grossen Freude blieb sie auf dem Grundstück, suchte sich immer neue Schattenplätze zum Schlafen.
Ich, die immer Hummeln im H...... hat, die als Stadtmensch ungern lange auf einem Fleck sitzt, harrte 5 Stunden mückengeplagt im Garten aus.
Mein Mann meinte ab und zu - wollen wir nicht mal Fahrrad fahren?
Och nö - ist so gemütlich hier, immer auf Möhrchen sehend.
Um 18 Uhr hatte ich die Nase voll und trug das laut protestierend Mohrchen aus dem Blumenkasten ins Haus.
Nachts soll sie wenn möglich drin sein.
So wird das nicht immer sein, auch ich werde mich daran gewöhnen, dass die Katze gerne draussen ist.

Mohrchen hat ihre Liebe zum Balkon entdeckt.
Das Katzennetz hat sich bezahlt gemacht.
Sie liegt stundenlang in der Hängematte, döst, schläft oder guckt runter.
Es war ja gestern Abend nicht sehr warm und irgendwann muss auch mal die Tür zu gemacht werden.
Mohrchen trug ich unter Protest (sie machte halbherzige Versuche mich zu beissen) ins Zimmer.
Die sonst immer mit allem zufriedene Katze hat sich gerächt und zwar am schwächsten Glied der Familie.
Sie hat 14 Tage die Vögel nicht einmal angesehen.10 Minuten nachdem sie vom Balkon musste, es war schon dunkel, muss sie auf den Tisch gegangen sein, über eine hohe Stuhllehne, über eine Stehlampe gesprungen sein, meinen Hochsicherheitstrakt ignorierend und landete auf dem Vogelbauer.
Als ich ins Zimmer stürzte, habe ich nur noch einen schwarzen Schatten aus dem Zimmer sausen sehen, laut rumsend ist sie auf dem Boden gelandet(unser armer Nachbar unter uns) und weg war sie unterm Bett.
Die größte Frechheit war, dass sie 30 Sekunden später in meinem Zimmer lang ausgestreckt auf dem Teppich lag, als wäre nichts gewesen.
Ich musste erst einmal zu den armen Vögeln, die mir diesmal richtig leid getan haben,
sie waren außer sich und schwer zu beruhigen.
Schon so schön in der Schlafhöhle und dann kommt ein Gespenst.
Das gleiche wiederholte sich übrigens nachts um 2 Uhr, da wurde mein Mann wach.
Ich hörte nur, wie er zu ihr sagte: das darfst du doch nicht!!! Na toll, das wird geholfen haben.
Jetzt habe ich alle Aufstiegs -und Sprungmöglichkeiten mit meinen "Knutis" und Teddys verbarikadiert.
Aber die Vögel müssen geschützt werden.
Mal sehen, was sie sich noch einfallen lässt.
(Sieht unheimlich gemütlich im Wohnzimmer aus- manno)!!!


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4713 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:09

Gestern abend habe ich etwas eigenartiges mit Mohrchen erlebt.
Sie benutzt immer ihr Katzenklo, ist ganz sauber. Vorsichtshalber habe ich aber unter der Toilette ein Stück Teppich gelegt.
Ich hörte eigenartige Geräusche (hatte nichts mit den Vögeln zu tun) und Mohrchen kam zu mir ins Zimmer, sah mich an und raste los.
Ich sagte zu meinem Mann - endlich hat sie auch einmal ihre " 5 Minuten", merkte dann aber, dass sie panisch war, vor mir Angst hatte, weglief und zitterte.
Kurz dachte ich, dass sie plötzlich krank ist.
Ich ging zum Katzenklo und sah auf dem Teppich einen nassen Fleck - das grosse Geschäft ging hinein, das kleine voll daneben.
Ich hatte grosse Mühe, mich der Katze zu nähern und sie zu beruhigen.
Als sie merkte, dass ich nicht schimpfe, hat sie sich lang ausgestreckt und meine Hände abgeleckt.
Mein Gott, was muss diese Katze schon erlebt haben.
Meine Liebe zu ihr ist noch ein weiteres Stück gewachsen - gerne sitze ich im Moment bei offenem Fenster und friere, damit sie immer auf den Balkon kann. Wozu gibt es denn dicke Pullover!

Mai 2009

Das Leben zwischen Berlin und dem Spreewald hat Mohrchen gut im Griff.
Die Autofahrt ist nach wie vor fürchterlich, sie schreit ununterbrochen, aber ich mache mir nicht mehr allzu viel daraus.
Am Mittwoch auf der Hinfahrt zum Grundstück hat sie mir einen Schreck eingejagt.
Sie schrie wie immer und plötzlich war sie ganz ruhig, starrte vor sich hin. Ich stupste sie an und sie reagierte nicht, bewegte nicht die Augen.
10 lange Schrecksekunden, wie war ich froh, als sie dann weiter schrie.
Der Grund sollte sich 5 Minuten später zeigen.
Ihr war schlecht und sie brachte das Essen wieder hervor.
Mein tapferer Mann, der nirgends hin flüchten konnte, fuhr ohne zu zucken weiter.
Als ich den Schaden beseitigt hatte, ging es ihr wieder besser.

Am Himmelfahrts-Vater-Herrentag war das Wetter bescheiden, ständige Schauer und Gewitter, Mohrchen blieb drin und meine Nerven wurden geschont.
Freitag wollten wir Rasen mähen, er sollte kurz und möglichst zeckenfrei sein.
Als wir noch kein Mohrchen hatten, blieb ein großer Teil lange ungemäht und konnte nach Herzenslust wachsen.
Das ist nun vorbei und 2000 qm Fläche musste “bearbeitet werden. .Danach konnte Mohrchen raus und wir wollten uns mit einem schönen essen in der benachbarten Kleinstadt belohnen.
Ich Memme musste mir mehrfach sagen - die Katze kennt sich hier aus, sie ist wahrscheinlich schon jahrelang draußen, also kein Problem, wenn wir wegfahren.
Als wir vom Grundstück fuhren, kam sie angerannt ( das ist übertrieben, sie läuft etwas schwerfällig, als ob sie Arthrose hat ) blieb abrupt stehen und sah uns fassungslos nach.
Ihre Gedanken konnte ich erraten - jetzt lassen die mich hier und ich bin wieder alleine.


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4714 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:11

Als wir nach 2 Stunden wiederkamen, lief sie schreiend auf mich zu, rannte vor mir ins Haus, hoch auf den Dachboden, auf ihren Lieblingssessel und schlief sofort ein.
Sie wollte an diesem Nachmittag nicht mehr raus.

Ganz anders am nächsten Tag. Das Wetter war herrlich, sie blieb in unserer Nähe, verlies das Grundstück nicht, suchte sich einen Schattenplatz nach dem anderen.
Ich gebe zu, ich gucke immer noch wo sie ist ,und als ich um 19 Uhr genug hatte von soviel Luft und Sonne , wollte ich sie rein tragen.
Sie warf sich auf den Rücken, doch trotz ihrer Krallen wie Dolche, gelang es mir.
Aber war sie beleidigt, dass sah ich ihr richtig an.
Sie ging wieder auf den Dachboden, ohne mich eines Blickes zu würdigen.
Als ich dort auch ankam, war sie nirgends zu sehen. Ich rief ihren Namen, doch welche Katze reagiert schon darauf.
Ich ging bis in den Keller, wieder hoch und noch mal runter.
Dann suchte ich im Dachgeschoß genauer und siehe da, sie lag am Esstisch auf einem Stuhl, verdeckt durch die Tischdecke.
Das war ihre Rache !!!

Wir kennen Möhrchen jetzt 7 Monate.
Zum ersten Mal haben wir sie im Oktober 2008 gesehen und gedacht - nee, nicht noch eine Katze durchfüttern.
Sie kam hartnäckig immer wieder und als ich Reis und Soße rausstellte und sie diese gierig verschlang, wusste ich, dieses Tier hat wirklich Hunger.
Von da an war sie Katze Nr. 5, die Katzenfutter bekam.
Im Dezember fing mein Mann an, sie rein zulassen ( er legt Wert darauf, dass ich euch erzähle, dass er es war, der sie haben wollte) und aus der Spreewaldwochenendkatze wurde u n s e r e Katze, die wir nicht wieder hergeben.
Ich selber fühle mich am wohlsten mit ihr in Berlin. Da hat sie den vernetzten Balkon, ihren Kratzbaum mit Hängematte und kann, wenn sie mal nicht schläft, das Treiben auf der Strasse beobachten.
Die Zebrafinken interessieren sie nicht mehr.
Mohrchen hat ihren ganz festen Tagesablauf. Nachts weckt sie uns nie, ganz anders als mein Kater Moritz.
Morgens schläft sie auf dem Computerstuhl von meinem Mann , obwohl die Balkontür offen ist.
Mittags geht sie an die frische Luft, unterbrochen durch Fressen bis gegen 21 Uhr, dann kommt sie rein und nervt mich am PC.
Da sie schnell gelernt hat, wozu ein Kühlschrank da ist, fordert sie auch ab und zu ein kleines Stück Schinken.

Mein Verstand sagt mir natürlich, Mohrchen wird sich im Spreewald in der Freiheit wohler fühlen, aber wir werden für sie einen guten Mittelwert finden.
Manchmal kommt mir der Gedanke - soll ich sie an Geschirr und Leine gewöhnen?
Aber dann fallen mir wieder die fassungslosen Blicke der Nachbarn ein, als ich vor 15 Jahren mit meinem Moritz so über das Grundstück lief.
Ich lass es erstmal lieber ( die Betonung liegt auf e r s t m a l )
So, ich nehme an, das wars mit Mohrchens Tagebuch, sollte sich etwas ändern , melde ich mich an dieser Stelle wieder.


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4715 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:13

Mohrchen im Urlaub - Juli 2009

3 Wochen war Mohrchen in ihrer alten Heimat und meine Sorge, ihr könnte etwas passieren wenn ich sie raus lasse oder sie läuft zu den alten Besitzern ( sollte sie aus dem Dorf sein)
war völlig unbegründet.
14 Tage war es jedenTag das gleiche.
Gegen 8:30 wollte sie raus, blieb zwischen 5 Minuten und 1er Stunde - ich war ja nicht mit draußen.
Sie kam immer von alleine rein, ging ins Dachgeschoß und legte sich zufrieden in ihren Korbstuhl.
Gegen 14 Uhr wollte sie wieder raus, ich sollte mit, und sie blieb immer auf dem Grundstück, wir hatten Blickkontakt.
Sie ging von einem Busch zum anderen und döste oder schlief.
Insekten haben sie so gut wie gar nicht interessiert, einmal hat sie gelangweilt mit der Pfote nach einer Fliege geschlagen, um dann erschrocken zu flüchten ( aber nicht weit und nicht so schnell).
Freiwillig wäre sie am Abend nicht rein gekommen, ich lockte sie mit ihrem Lieblingsschinken und sie fiel jedesmal darauf rein.
Ich konnte sie rein tragen, sie war 2 Minuten sauer mit mir, dann ging es wieder ins Dachgeschoß.
Ich hätte so gerne eine Erklärung für ihr "faul sein", einen kranken Eindruck macht sie ganz und gar nicht.
Manchmal ist sie sogar zu faul zum Fressen, dann serviere ich ihr das Futter vor die Nase auf den Korbstuhl.
Sie erhebt sich gnädig und frist den Napf leer, um sich nach einigen Putzminuten wieder zur Ruhe zu begeben.
Die Antwort vom Tierarzt war - sie findet es gemütlich wenn sie ruhig schlafen kann.
In der letzten Woche war es dann anders.
Mohrchen ging raus und war sofort verschwunden.
Am ersten Tag war sie 6 Stnden nicht zu sehen, ich war schon total nervös und dann kam sie verschlafen unter einer dichten Hecke vor.
Das hat sie noch 3 weitere Tage so mit uns gemacht und ich war irgendwie erleichtert, sie dann gesund und munter wieder mit nach Berlin zu nehmen.
Wer weiß, was sie sich noch hätte einfallen lassen.
Mein Mann sagte zu mir - so eine Katze, die raus geht und nie das Grundstück verlässt, wolltest du doch immer haben. S T I M M T .
Wieder in Berlin ging sie sofort auf ihren geliebten Balkon, wo sie Tag und Nacht alles im Blick hat.
Sieht sie Vögel, macht sie nicht die für Katzen typischen Geräusche, sie sind ihr " wurscht ".
Zum Glück für unsere Zebafinken.
Leider zieht sie den Balkon vor und kommt nur noch selten kuscheln - aber der nächste Winter kommt bestimmt.

Mohrchen hat sich in den 3 Wochen gemeinsamen Urlaub etwas angewöhnt.
Wenn sie etwas möchte, Streicheleinheiten, Futter oder meine Gesellschaft auf dem Balkon, schreit sie so laut und jämmerlich, dass ich senkrecht stehe.
So ein Schreien kenne ich von meinen drei anderen Katzen nicht.
Meistens holt sie mich damit vom PC ( was mein Mann toll findet). :evil: :roll:


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4716 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:19

Da doch einige von euch wissen wollen wie es Mohrchen geht, möchte ich etwas von ihr erzählen.
Mein Gott bin ich froh, dass wir unseren Vorsatz - nie wieder eine Katze - nach drei nierenkranken Katzen verworfen haben.
- Mohrchen, die vor zwei Jahren zum ersten Mal bei uns auftauchte, panisch wegrannte wenn sie das Futter runter geschlungen hatte
- die nach und nach an der Tür sitzen blieb
- die dann ab und zu ins Haus kam und 16 Stunden hinter einander schlief.
- Mohrchen, die wir in dem langen eisigen Winter 2009 sonntags zurücklassen mussten, da wir nicht wußten, ob sie einen Besitzer hat und wir wollten ja auch keine Katze.
- Mohrchen, die jeden Freitag unter der dick verschneiten Tanne vorkam wenn wir ankamen, egal zu welcher Zeit.
Dann kam der 22. März 2009. Sie machte einen kranken Eindruck, frass nichts und ging nicht auf das Katzenklo.
Wir nahmen das schreiende Etwas mir nach Berlin.
Die erste unangenehme Erfahrung mit der Stadt war der Tierarzt, der nichts feststellen konnte.
Nach einigen Aufbauspritzen fing sie wieder an zu fressen.
Eine Woche lang blieb sie unter dem Bett, bzw. wenn sie ein Geräusch im Hausflur hörte, raste sie dort runter.
Nach und nach nahm sie die ganze Wohnung in Beschlag, besonders liebt sie den Balkon.
Mohrchen ist eine vollkommen anspruchslose Katze, die im ersten Jahr ganz viel schlief, daher dachten wir auch sie sei uralt.
Sie spielte ja auch nicht und bewegte sich langsam und bedächtig.
Aber der Tierarzt schätze sie auf 7-10 Jahre.

Warum ich euch das mal wieder erzähle?
Weil ich froh bin, was sich alles mit ihr in den zwei Jahren verändert hat.
Nach und nach lernte sie das Spielen, zuerst mit einem Holzstab, an dem Federn hängen, sie springt hoch, schlägt Salto.
Vorige Woche hat sie zum ersten Mal mit mir im Dachgeschoß verstecken gespielt.
Peter dachte die Decke kommt ins Erdgeschoß runter.
Wie das kleine schwarze Köpfchen hinter dem Schrank vorlugte und lauerte, ob ich komme.
Dann hat sie sich zum ersten Mal bewußt im Spiegel gesehen und war fassungslos.
Ich wollte sie nicht unterbrechen und konnte nicht :kaputtlach: :kaputtlach: :kaputtlach:
Sie starrte sich an, ging weg, kam wieder und starrte weiter.
Wenn sie sich angefaucht hätte, wäre es um meine Beherrschung geschehen.
Mohrchen, die nie etwas gefordert hat, steht jetzt jeden Morgen um 5Uhr an Peters Bett und weckt ihn :kaputtlach: .
Sie möchte Schinken haben und was macht der Rentner, der einmal damit angefangen hat? Er steht auf, denn er kann dann gleich weiter schlafen.
Mohrchen zeigt was sie möchte. Wenn sie die Treppe zum Dachgeschoß hoch geht und sich umdreht, möchte sie dort oben entweder spielen oder am offenen Fenster sitzen.
Endlich kommt sie auch zu uns ins Erdgeschoß, legt sich neben uns auf die Couch.
Allerdings kommt sie nicht auf den Schoß. Nur wenn ich stricke, steht sie mit zwei Pfoten drauf, dann kann man besser den Faden durch beissen.
Da sie für alles viel Zeit braucht, wird das vielleicht auch noch.
Ganz gemütlich ist es, wenn sie nachts laut schnurrend ( und sie hat Ausdauer) neben mir liegt und ihre Pfote in meine Hand legt. ( Komisch, warum ist das anders als ein schnarchender Mann? Da flüchte ich).
Ein wenig Sorge macht mir ihre Mäkelei beim Fressen.
Aber wenn ihr euch noch erinnert, der Tierazt hat sie lange am Bauch abgetastet, um dann festzustellen, sie ist fett. :o , also kann sie ruhig mal wenig fressen.
Im Moment hat sie immer noch nicht die Autofahrt von Berlin in den Spreewald verdaut.
Sie beäugt uns mißtrauisch, wenn wir zu zweit die Treppe hochkommen, rennt auch mal weg wenn man etwas in der Hand hält.
Die drei Kater giftet sie so furchtbar hinter der Scheibe an, das sagt mir, sie muß eine Einzelkatze bleiben.
Alle drei Kater, Pies, der rote Emil und Felix machen sich daraus gar nichts und fressen seelenruhig weiter.
Wir hätten nie gedacht, dass wir noch einmal unser Herz so an eine Katze hängen können.

Bis zum nächsten Mal


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RE: Die Spreewaldkatzen

#4717 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:24

So, das waren die ersten beiden Jahre mit Mohrchen, danach fangen die Spreewaldkatzen an und ich habe immer mal wieder von Mohrchen berichtet


Marion

 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4718 von SpreewaldMarion , 25.09.2014 16:26

Nun wieder in die Gegenwart

Peter hat heute mal einen Nachmittagsschlaf gemacht und eben hat ihn Murkel aufgeweckt, sie ist auf sein Bett gesprungen und er hat einen mächtigen Schreck bekommen .
Das fängt ja gut an und kann noch heiter werden.


Marion

 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4719 von BEA ( gelöscht ) , 25.09.2014 16:35

Oh ,wie schön Marion.
Ich hebe mir die Mohrchen - Geschichte für das Wochenende auf. ich freue mich schon sehr darauf ,zu lesen, wie sie in euer Leben kam

Und zu Murkel und ihrer Nervostität und Ängstlichkeit kam mir der Gedanke, dass sie vielleicht darauf wartet ,das Mohrchen jeden Moment auftaucht. Mohrchen war bisher die uneingeschränkte Herrscherin im Haus. Auch wird der Geruch von Mohrchen noch immer an Polstern oder Teppichen haften.
Murkel weiß schließlich nicht, dass sie nun alleine im Haus ist. Sie wird sich schnell daran gewöhnen.

Bea

BEA

RE: Die Spreewaldkatzen

#4720 von Monika aus Berlin , 25.09.2014 17:16

Oh Marion, da warst Du aber fleißig.
Auch ich werde mir die "Mohrchen-Geschichte" noch in Ruhe durchlesen.
Jetzt bin ich gespannt, wie es mit Murkel weitergeht.


Monika


 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4721 von Doro , 25.09.2014 17:45

Liebe Marion , wie schööön, dass du die Mohrchen-Geschichte hier noch einmal eingestellt hast! Ihr seid so wahnsinnig liebe Eltern für sie gewesen und habt ihr alles gegeben - und sie hat es euch mit ihrer Liebe gedankt. Darauf könnt ihr stolz sein.

Ich hatte heute morgen schon einmal in der Pet-Galerie gestöbert, nachgelesen und ziemlich am Anfang dieses wunderschöne Foto von ihr gefunden. Die anderen waren ziemlich klein, und es ist schwierig, eine schwarze Katze in all ihrer Schönheit zu fotografieren. Aber das hier hat mich umgehauen - ein Gesicht zum Dahinschmelzen:



Ich werde sie nie vergessen!

Murkelchen wird sich schon noch ans Haus gewöhnen, solange sie ihren geliebten Freigang hat. Es ist natürlich alles noch fremd und ungewohnt - aber das wird schon! Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Viele liebe Grüße von
Doro


Wer ein Tier rettet, verändert nicht die ganze Welt -
aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier ...


 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4722 von Monika aus Berlin , 25.09.2014 18:01

Traumhaft schön


Monika


 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4723 von GiselaH , 25.09.2014 19:37

Hallo Marion,

ich werde den Anfang von Mohrchens Geschichte auch in aller Ruhe lesen.

Gib Murkel noch ein bisschen Zeit. Es wäre merkwürdig gewesen, wenn sie sich im Haus gleich vollkommen sicher und Zuhause gefühlt hätte.
Das wird mit Sicherheit werden und ich glaube, sehr lange dauert es nicht.

 
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RE: Die Spreewaldkatzen

#4724 von walli ( gelöscht ) , 25.09.2014 19:53

Liebe Marion,

es tut mir unendlich Leid das ihr euer Mohrchen habt gehen lassen müssen

Meine Gedanken sind bei dir und deinem lieben Mann ,ihr habt so viel Liebe für eure Spreewaldkatzen und Mohrchen war ja so der Anfang.
Mohrchen hatte bei euch ein wunderschönes Leben .Ihr seit so wundervolle Katzeneltern


Ruhe in Frieden Morchen

walli

RE: Die Spreewaldkatzen

#4725 von walli ( gelöscht ) , 25.09.2014 20:04

Auch meine Arbeigeberin und ich mußten am 23.9 unsere Streunerkatze durch das Tierheim abholen lassen ,
wir wollten ihr ja nur helfen ,da Sie ihr Auge so verletzt hatte und es uns schon weh tat ,dieses mit anzuschauen

Wir bekamen sie nicht wieder ,Sie war schwer krank und hatte ihre 7 Leben ausgelebt,man konnte ihr nicht mehr helfen

Und jetzt wissen wir auch das unsere Mietze keine Mieze war sondern ein Kater der täglich ums überleben kämpfte.


Ich hoffe das sich Mohrchen und unser Kämpfer im Regenbogenland treffen


Seit lieb umarmt

walli

walli

   

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